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Geld Partnerschaft

09.06.2013

Paul & Paula – eine Liebesgeschichte

Paul spart gern. Wenn er bei einer Neuanschaffung ein Schnäppchen schlagen kann, freut er sich. Noch glücklicher macht es ihn, wenn Dinge so lange halten, dass sie nicht neu gekauft werden müssen: Die Hose ist vielleicht nicht mehr schön, aber sie passt. Sie weist keine Löcher oder grobe Verschmutzungen auf und erfüllt somit ihren Zweck – da muss man auch wirklich nicht immer mit der Mode gehen.

Kurz gesagt liebt Paul Sicherheit, gerade in finanzieller Hinsicht. Das Konto überziehen? Spontankäufe? Nicht mit Paul. Zum “Problem” wird das Ganze erst, als er Paula kennenlernt: Die beiden sind wie Feuer und Wasser, dennoch verlieben sie sich ineinander. Was könnte es Schöneres geben! Mit der rosaroten Brille auf der Nase spaziert Paul weiterhin fröhlich durchs Leben. Bis es für ihn zum ersten Mal heißt: Shoppen mit Paula.

Und dann kam Paula

Nicht den Hauch einer Ahnung hatte Paul bis dahin vom breitgefächerten Angebot an Stilettos, Trenchcoats und Blousons – ganz zu schweigen von all diesen Accessoires. Noch mehr verwirrt Paul, dass Paula anscheinend nichts Bestimmtes sucht. Völlig ziellos streift sie durch unzählige Gänge in unzähligen Geschäften und probiert unzählig viele Kleidungsstücke an. Weiß sie denn gar nicht, was sie will? Als er diese Frage vorsichtig stellt, erntet er einen erstaunten Paula-Blick und die Antwort, dass sie natürlich wisse, was sie wolle: Shoppen!

Paula liebt Paul, aber sie liebt auch Spontankäufe. Ab und zu ist ihr einfach danach, sich mal etwas Ausgefallenes zu gönnen. Wenn Paula etwas entdeckt, was ihr gefällt, kauft sie es. Dass ihr Konto dadurch ab und zu in die roten Zahlen gerät, kann sie nicht nervös machen. Über ihr Geld frei zu verfügen, ist Paula nun einmal wichtig.

Beziehungskiller “Geld”?

Ob ein gemeinsamer Urlaub, die Anschaffung einer Waschmaschine oder gar ein Hausbau: Früher oder später wird Geld zum Thema in einer Beziehung. Was, wenn die Partner dabei so unterschiedlich ticken wie Paul und Paula? Sie findet ihn knauserig und engstirnig, er hält sie für völlig irrational und verschwenderisch. Leider kommt es deshalb immer wieder zum Streit, weil keiner der beiden seine Gewohnheiten aufgeben will oder kann. Psychologen sind sich einig, dass Geld untrennbar mit Gefühlen verbunden ist, deshalb können Streitereien darum auch schnell emotional und langwierig werden. Anders ausgedrückt: Paul dient Geld als Garant für Sicherheit, für Paula ist Geld der Inbegriff von Freiheit und Unabhängigkeit.

Studien, aber auch Alltagsbeobachtungen zeigen immer wieder, dass das Konsumverhalten von Männern und Frauen ganz unterschiedlich ist. Er kauft andere Dinge als Sie, Sie kauft anders als Er. Auch beim Umgang mit Geld gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede.

Gegensätze ziehen sich bekanntlich an

Zugegeben: Ganz so extreme Stereotypen, wie ich sie hier skizziert habe, findet man im wahren Leben nur selten. Trotzdem bleibt die Frage, ob hinter der Zankerei um Finanzen vielleicht ganz andere Themen wie Vertrauen oder Eigenständigkeit stecken? Im Fall von Paul und Paula trifft das vermutlich zu. Als Außenstehende würde ich den beiden ganz pragmatisch raten: Jeder behält sein eigenes Konto, außerdem gibt es ein gemeinsames Konto für Einkäufe und größere Anschaffungen, auf das jeder monatlich einen festgelegten Betrag überweist. So hat er seine Sicherheit und sie ihre Freiheit.

Hoffentlich ist Paul und Paula klar, wie gut sie sich trotz allem ergänzen: Sie bereichert sein Leben um Risikofreude und Lebenslust, während er ihr Ordnung und Bodenhaftung bieten kann. Ein tolles Team, das sich um Geld nicht den Kopf zerbrechen sollte.

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