20.02.2015

Portier Software

Virtueller Concierge: "Stets zu Ihren Diensten!"

Der Gast ist König, Komfort ist Trumpf: In Zeiten von Airbnb und Couchsurfing kann das Hotelgewerbe vor allem mit individuellem Service punkten. Mit einer Software für Tablets und Smartphones bringt das Münchener Start-up i-frontdesk den Portier nun aufs Display und versorgt Gäste mit einem mobilen 24/7-Wohlfühl-Paket.

Kulturhighlights, Restaurant-Empfehlungen, Szene-Treff: Ein guter Concierge kennt die Trends und Hotspots seiner Stadt und hat selbst bei ausgefallenen Wünschen einen passenden Geheimtipp parat. Er prägt die Seele seines Hotels und liest Gästen ihre Wünsche von den Augen ab. Ein „Nein“ kommt in seinem Wortschatz gar nicht erst vor, schließlich ist es sein Job, Besuchern ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. In Luxushotels wie dem Adlon in Berlin oder dem The Charles in München kümmern sich Concierges als Meister ihres Fachs höchstpersönlich um die Bedürfnisse ihrer meist hochkarätigen Klientel. Die Rezeptions-Teams von kleinen Boutique- oder auch Budgethotels haben im Gegensatz dazu oft nicht die Kapazitäten, um auf alle Wünsche ihrer Gäste individuell einzugehen.

Mobiler Service per Finger-Tip

Um in jeder Hotelkategorie einen persönlichen Service zu ermöglichen, setzt Dorna Hekmat, eine von insgesamt sieben Gewinnerinnen des HVB Gründerinnen-Mentoring, auf die Mobilität moderner Kommunikationsmedien. Denn: Mit ihrer Software i-frontdesk bekommen Hotelgäste Dienstleistungen und Empfehlungen des Hauses buchstäblich auf dem ‚Tablet‘ serviert. „Per App kann der Hotelier seinen Besuchern rund um die Uhr Informationen und Geheimtipps in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stellen“, erklärt Hekmat die Funktionsweise ihres digitalen Assistenten: „Die Gäste können sich flexibel durch das Menü navigieren und per Finger-Tip zum Beispiel Konzertkarten oder City Tours buchen, nach Gastro-Tipps suchen oder einen Massage-Termin im hoteleigenen Spa vereinbaren.“

Vom Budgethotel bis zum Luxustempel

Ursprünglich war i-frontdesk als Unterstützung für Hotels ohne klassischen Concierge geplant. Als Hoteldirektorin eines Münchener Boutiquehotels musste die 44-Jährige nämlich häufig beobachten, dass die zwar stets bemühten und freundlichen Empfangsmitarbeiter entweder nicht sofort oder nur dürftige Empfehlungen aussprechen konnten. „Zu unserer Überraschung haben wir aber festgestellt, dass auch Grand Hotels trotz ihrer gut ausgebildeten Concierges großes Interesse an unserem Produkt zeigen. Die Sacher Hotels in Wien und Salzburg zum Beispiel vertrauen bereits auf unsere Lösung“, freut sich die Gründerin. „Durch die digitale Optimierung vieler Services können sie ihre Mitarbeiter entlasten und ihnen somit mehr Zeit am Gast ermöglichen.“ Denn: Als Smart-Lösung lässt sich die Software problemlos an den Servicecharakter des Hauses anpassen und in bestehende Systeme integrieren. „Über ein Verwaltungssystem können die Restaurant-Mitarbeiter dann beispielsweise die Speisekarte aktualisieren. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten für den Druck.“

Digitale Zukunft: WLAN statt Obstteller

Dass Hightech auch in der eher konservativen und it-scheuen Hotelbranche zum Einsatz kommt, empfindet Hekmat übrigens nicht nur als einen zeitweisen Trend, sondern als eine dienstleistungsorientierte Notwendigkeit. Schließlich meint guter Service auch, den Gästen technisch auf Augenhöhe zu begegnen. „Mobilität spielt auch im Gastgewerbe eine immer wichtigere Rolle. Mit kostenlosem WLAN kann man vielen Gästen inzwischen eine größere Freude machen als mit einem Obstteller bei der Anreise“, weiß die Münchenerin. Aktuell sei selbst kostenloses Internet in deutschen Hotels noch eine Rarität. „Ein Umdenken ist notwendig. Mit der Digitalisierung haben sich auch die Bedürfnisse der Gäste verändert.“

Meilenstein in der Hotellerie

Mit i-frontdesk hat die studierte Hotelbetriebswirtin Pionierarbeit geleistet und das Gastgewerbe revolutioniert. Mittlerweile hat sie ihre Service-App bereits in einigen Hotels auf internationaler Ebene eingeführt. Um ihr Produkt weiterhin zu optimieren, tüftelt die Service-Expertin gemeinsam mit ihrem Team unermüdlich an neuen Features. „Nach jeder Implementierung stellen wir fest, dass es noch so viele Möglichkeiten gibt, an die wir noch gar nicht gedacht haben.“ Neben konstruktivem Feedback ihrer Kunden, empfindet die Gründerin auch den kreativen Input ihrer Mentorin Andrea Karg, Geschäftsführerin des Modelabels Allude, als große Bereicherung. „Ich schätze ihre Erfahrung und Innovationskraft sehr“, sagt Hekmat und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Ich wünsche mir, Andrea Karg zu einer i-frontdesk-Botschafterin machen zu können.“

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