22.12.2013

Soziales Engagement

Lerneffekt auf allen Seiten

Die HypoVereinsbank und die Stiftung Pfennigparade, die Menschen mit Körperbehinderung zu einem selbstbestimmten Leben verhilft, haben Anfang 2013 eine soziale Partnerschaft geschlossen. In diesem Rahmen bietet die HVB regelmäßig Praktikumsplätze für Schüler der integrativen Ernst-Barlach-Fachoberschule der Pfennigparade an.

So auch für Patrick Veith, der die 11. Klasse der Ernst-Barlach-Fachoberschule in München besucht. Der 18-Jährige gewährt uns einen Einblick in seinen Praktikumsalltag und erzählt, was er und seine Kollegen während der gemeinsamen Zeit gelernt haben.

Vielfältige Aufgaben

Patrick Veith ist als Praktikant bei der UGBS GmbH im Gehalts- und Servicecenter in Unterföhring eingesetzt. Und was macht er dort? “Ich kümmere mich beispielsweise um die Pflege von Abwesenheitsmeldungen, um Anträge für Kinderbetreuungszuschüsse, Arbeitsbestätigungen oder auch Vollmachten”, erklärt Patrick Veith. “Ich informiere die Mitarbeiter, dass wir den Auftrag erhalten und bearbeitet haben, oder stelle gegebenenfalls Rückfragen.” Außerdem unterstützt er bei der Bearbeitung des Posteingangs und beim Einscannen von Dokumenten für die elektronische Personalakte, schaut aber auch mal bei Reisekostenabrechnungen oder der Verlängerung eines Bausparvertrags über die Schulter.

Barrierefreier Arbeitsplatz

Die Herausforderungen, mit denen speziell Rollstuhlfahrer im Arbeitsalltag konfrontiert sind, können laut Patrick Veith sehr unterschiedlich sein: “Das kommt auf die Behinderung an. Ich mit meiner Tetraspastik habe Probleme damit, genau so schnell zu arbeiten wie jemand ohne Handicap. Außerdem sollte der Arbeitsplatz natürlich möglichst barrierefrei sein. Als Rollstuhlfahrer ist man auf den ein oder anderen Handgriff von außen angewiesen. In diesem Bereich habe ich hier positive Erfahrungen gemacht, alle sind sehr nett und hilfsbereit.”

Gegenseitige Ängste abbauen

Fördert das Praktikum denn nun wirklich die Integration beziehungsweise die Zusammenarbeit zwischen Menschen mit und ohne Behinderung? “Ja, auf jeden Fall! Das ist meiner Meinung nach gelebte Inklusion und hilft, gegenseitige Ängste abzubauen. Es ist auch eine gute Möglichkeit zu sehen, was mit einer Behinderung möglich ist und erleichtert es, auf den ersten Arbeitsmarkt zu kommen. Das ist trotz gesetzlich vorgeschriebener Behindertenquote in den Betrieben immens schwierig.”

Qualität vor Quantität

Während seines Praktikums hat Patrick Veith nicht nur etwas über den Büroalltag, sondern noch vieles mehr dazugelernt – zum Beispiel, dass es in diesem Job eher auf Qualität als auf Quantität ankommt. “Ich dachte immer, ich würde aufgrund meiner Behinderung zu langsam arbeiten. Hier habe ich erfahren, dass ich überhaupt irgendwo im Arbeitsleben gebraucht werde und meine Fähigkeiten einbringen kann.” Seinen Mitschülern würde Patrick Veith ebenfalls zu einem Praktikum bei der HVB raten, da er einen guten Einblick in die Arbeit erhalten und viele verschiedene Aufgaben bekommen hat. Besonders für Rollstuhlfahrer sei das Praktikum aufgrund der Barrierefreiheit und der Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter empfehlenswert.

Hoch hinaus

Patrick Veith ist überzeugt, dass nicht nur er, sondern auch seine Kollegen während seines Praktikums etwas gelernt haben: “Das haben mir einige Kollegen sogar bestätigt. Ich denke, dass sie im Umgang mit Behinderten viele neue Erfahrungen machen und Berührungsängste abbauen konnten.” Nach dem Schulabschluss in einer Bank zu arbeiten – wäre das was? “Das kann ich mir durchaus vorstellen. Mit einem höheren Schulabschluss will ich schließlich auch höher hinaus.” Wir wünschen dafür viel Erfolg!

  1. 30. Januar 2014, 12:24

    Finde ich gut!

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