19.03.2015

Rückblick Achtelfinale

Aus deutscher Sicht insgesamt enttäuschend

Da war mehr drin! Mit dem FC Bayern hat sich nur ein deutsches Team fürs Viertelfinale der UEFA Champions League qualifiziert. Schalke verabschiedet sich nach einer tollen Leistung im Rückspiel erhobenen Hauptes, bei Leverkusen bleibt leider das Elfmeter-Desaster hängen und nicht das klasse Hinspiel. Vom BVB haben wir alle mehr erwartet. Kleiner Trost: Bei den Engländern ist die Quote noch schlechter: Chelsea, ManCity und Arsenal – allesamt raus. Und seien wir mal ehrlich: Wer hätte vor der Saison mit Porto oder Monaco gerechnet?

BVB-Juve: Alte Dame eiskalt

Unser Experte Hans Meyer hat bei der #HVBArena in Nürnberg nach dem Spiel von einem „Klassenunterschied“ gesprochen. Sehe ich genauso! Nach dem 1:2 im Hinspiel war noch alles drin – ein Treffer hätte dem BVB gereicht. Stattdessen klingelt es nach drei Minuten. Die Dortmunder Abwehr hatte wenig Lust auf Manndeckung. Und Tevez hatte Bock aufs Spiel. Einsam mit Ball am Strafraumrand. Ein Strahl aus dem Stand. Rums! Ich sehe Weidenfeller da aber auch nicht ganz schuldlos. Zum Glück hat Tevez danach keinen Schnuller aus der Buchse gezogen. Hätte er sich nach der Performance aber leisten können: Zwei Tore, eine Vorlage. Nach acht Spielen in der UEFA Champions League schon mit sechs Treffern und einem Assist. Bester Mann des Abends. Am Ende spielte die Alte Dame zwei Konter eiskalt aus.

Und der BVB? Nur zwei von neun Schüssen fanden in 90 Minuten den Weg zu Buffon. Das ist im Achtelfinale der UCL unter Flutlicht vor heimischem Publikum von einer eigentlich spielstarken Mannschaft viel zu wenig. Aber nach Abstiegskampf in der Liga kann niemand den UCL-Titel erwarten. Die Frage jetzt: Für wie lange war es das letzte Spiel des BVB in der UCL?

Barcelona-ManCity: Rekord für die Katalanen

Aus dem Hinspiel bleibt mir ehrlich gesagt nicht der 2:1-Auswärtssieg des FC Barcelona hängen, sondern der verschossene Elfmeter von Lionel Messi und sein souverän zum Abstoß geklärter Nachkopfball. Dabei ist der Argentinier 2015 weltweiter Top-Scorer. Und auch gestern wieder in absoluter Topform: meiste Ballkontakte, meiste Torabschlüsse und eine Sahne-Vorlage zum Tor von Ivan Rakitic. Da musste auch Spion Guardiola Beifall klatschen.

Dass Messi nicht selbst traf, lag nur an Joe Hart. Für mich war der Schlussmann klar Man of The Match. 11 Mal stand er goldrichtig und verhinderte Schlimmeres. Anschließend gab es sogar Lob seines Gegenübers Marc André ter Stegen: „Joe hat ein wahnsinniges Spiel gemacht! Was er gehalten hat, so was habe ich noch nie gesehen.“ Dabei braucht sich der Barca-Keeper auch nicht verstecken: Immerhin hielt ter Stegen einen Elfer und sicherte den Katalanen den achten Einzug ins UCL-Viertelfinale – Rekord!

Leverkusen, Schalke – da hat nicht viel gefehlt

Nach der Heimpleite rechnete niemand mit einem Sieg des Schalke 04 bei Real Madrid. Am Ende wurde es im Estadio Bernabeu ein 4:3, sodass nur ein Tor fehlte. Die Königlichen wurden ordentlich vorgeführt und müssen für die Titelverteidigung eine gehörige Schippe drauflegen.

Leverkusens Ausscheiden ist aber noch ärgerlicher. Beste Saisonleistung beim 1:0 zuhause und dann Angsthasenfußball bei Pitbull Diego Simeone und Atletico Madrid. Am Ende auch noch britische Verhältnisse im Elfmeterschießen: Zwei drüber und Calhanouglu mit einem Rückpass. Bei seinen Fähigkeiten hätte man den Jungen lieber aus 25 Metern schießen lassen sollen.

Kein Fußball von der Insel im Viertelfinale

Arsenal London hielt an der eigenen Serie fest: Im Achtelfinale ist immer Schluss. Das ist dem Team von Arsene Wenger jetzt schon sechsmal in Folge gelungen. Und auch der FC Chelsea musste als drittes englisches Team die Segel streichen. Irgendwie ironisch, dass ausgerechnet zwei Innenverteidiger dem Defensivkünstler José Mourinho in die Suppe spucken. Einer davon auch noch David Luiz, der letztes Jahr für Chelsea spielte und gegen Paris ein Eigentor schoss. Solche Geschichten schreibt auch nur der Fußball. Ok, drei Euro ins Phrasenschwein …

Apropos Geschichte – kurze Quizfrage: Wer stand im Finale der UCL 2004? Genau: der FC Porto und AS Monaco, die es dieses Jahr beide unter die besten Acht geschafft haben. Hand aufs Herz: Damit war vor der Saison nicht zu rechnen. Die Portugiesen sind in der aktuellen Spielrunde übrigens das einzige Team ohne Niederlage.

Im Lostopf liegen morgen also drei spanische Teams (Barca, Real, Atletico) zwei französische Teams (Paris, Monaco), der FC Bayern, Juventus und der FC Porto. Auch wenn wieder jeder behauptet, dass es im Viertelfinale keine leichten Gegner gibt, kann es aus deutscher Sicht nur zwei Wunschgegner geben: Porto oder Monaco. Los Glücksfee, zeig, was Du draufhast!

Bis dahin, Tschau-Tschüss

Euer Opdi

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