Rushhour des Lebens
26.08.2015

Rushhour des Lebens

Alles auf einmal: Die Rushhour des Lebens

Meine beste Freundin Anne ist im Dauerstress. Im Büro brennt mal wieder die Hütte und das Pflegeheim ihres Schwiegervaters hat angerufen: Opa braucht dringend neue Hausschuhe. Vom Schreibtisch gegenüber erntet sie böse Blicke, als sie den Rechner runterfährt, weil der Kindergarten in zehn Minuten schließt. Um die Kollegen nicht hängen zu lassen, wird sie heute Nachmittag mit einem gigantischen schlechten Gewissen ihre kleine Tochter vor dem Fernseher parken, um die Präsentation für morgen fertig zu machen. Immerhin hat sie sich um die Teamleitung beworben! Doch ob daraus überhaupt etwas wird, ist fraglich, denn ihr Mann hat einen attraktiven Job in einer anderen Stadt angeboten bekommen. Und dabei sind sie gerade erst in eine Eigentumswohnung gezogen – mit den entsprechenden Krediten, versteht sich. Willkommen in der Rushhour des Lebens, liebe Anne!

Die Website fremdwort.de definiert die „Rushhour“ als „die Hauptverkehrszeit im Straßen- oder Schienenverkehr, auch als Stoßzeit bezeichnet, typischerweise morgens zwischen sieben und neun Uhr, nachmittags zwischen 16 und 19 Uhr“. Der Begriff „Rushhour des Lebens“ kommt eigentlich aus der Familienforschung, hat sich aber aufgrund der treffenden Metapher auch im alltäglichen Sprachgebrauch durchgesetzt. In der Lebensphase zwischen Berufseinstieg und Lebensmitte, also ungefähr vom 25. bis zum 45. Lebensjahr, stauen sich die Lebensereignisse und fordern unsere ungeteilte Aufmerksamkeit: Die Karriere will etabliert sein, eine gemeinsame Wohnung mit dem Partner bezogen, für das Alter vorgesorgt, das Leben genossen, Kinder bekommen, das Haus gebaut, Beruf und Familie unter einen Hut gebracht und pflegebedürftige Eltern oder Großeltern wollen versorgt sein. All diese Anforderungen bringen weitreichende Entscheidungen mit sich, die sich nur schwer revidieren lassen: Wann ziehen wir zusammen? Nach welcher Karriere richten wir unsere Lebensplanung aus? Wollen wir Kinder? Wer kümmert sich um den Nachwuchs? Das Gefühl von Überforderung ist in dieser Zeit allgegenwärtig. Druck, Stress, Hektik und eine innere Zerrissenheit sind die Folgen. Meist sind Frauen von diesem Effekt stärker betroffen als Männer. Trotz aller Emanzipation treffen sie die Auswirkungen einer Familiengründung härter. Viele Paare tappen dabei ungewollt in eine Falle: War die Auszeit der Frau oft nur für die Stillzeit angedacht, so manifestiert sich bei vielen Paaren die traditionelle Rollenverteilung. Grund dafür ist oft der bessere Verdienst des Mannes. Doch zufrieden sind mit dieser Situation beide Partner vielfach nicht: Mütter kümmern sich überwiegend um Haushalt und Kinder, würden aber gerne wieder oder mehr arbeiten. Väter arbeiten hingegen oft in Vollzeit und wünschen sich mehr Zeit für die Familie.

Geld für so viel Leben

Die geballte Ladung Leben bringt aber nicht nur eine emotionale, organisatorische und zeitliche Belastung mit sich, sondern oft auch eine finanzielle. Gerade bei Akademikern beginnt die ökonomische Eigenständigkeit meist nicht mehr mit dem Berufseinstieg. Praktika, befristete Arbeitsverträge und erhöhte Anforderungen an Mobilität und Flexibilität der Arbeitnehmer verschieben den Zeitpunkt finanzieller Sicherheit immer weiter nach hinten. Nach Zahlen der Bundeszentrale für Politische Bildung lag der Einkommenshöhepunkt eines Erwerbslebens 1973 noch bei einem Alter von Mitte 30. Bis 2013 hat sich der Zeitpunkt des besten Verdienstes auf Mitte 50 verschoben. Gleichzeitig steigt die durchschnittliche Gesamtverschuldung bereits ab dem 25. Lebensjahr an und erreicht ihren höchsten Wert in einem Alter zwischen 45 bis 55 Jahren. Auch die Anzahl der laufenden Ratenkredite erreicht laut des aktuellen Schufa Kreditkompass‘ zwischen dem 45. und 49. Lebensjahr ihren Höhepunkt. Die meisten Kredite in dieser Altersstufe werden übrigens zur Finanzierung von Fahrzeugen abgeschlossen. In der Rushhour des Lebens besteht aufgrund der Verdichtung von Lebensereignissen also ein erhöhter Liquiditätsbedarf. Zeitgleich stecken die finanziellen Sicherheiten oft noch in den Kinderschuhen. Trotz dieser herausfordernden Situation haben laut Schufa 85 Prozent der 25- bis 45-Jährigen eine positive Kreditbiographie.

Die Finanzstau-Radare der HypoVereinsbank

Wer sich in seiner persönlichen Rushhour nicht verrennen will, sollte einen kühlen Kopf bewahren und den Durchblick behalten. Jede grundlegende Entscheidung sollte mit der Frage „Ist das in meiner derzeitigen finanziellen Situation machbar?“ beginnen. Die HypoVereinsbank unterstützt ihre Kunden bei der Finanzplanung und hat es sich zur Aufgabe gemacht, deren Bonität zu schützen. „Neue Bezahlverfahren im Internet, Ratenzahlungen im Einzelhandel und der schnelle Kauf per Karte vereinfachen das Leben“, sagt Michael Zell, Leiter Produktmanagement Kredit. „Gerade hier zeigt sich eine gute Bank. Sie sorgt dafür, dass der Kunde nachhaltig finanziell flexibel bleibt und warnt rechtzeitig vor Engpässen.“ Mit Hilfe des vom Institut für Vermögensaufbau ausgezeichneten HVB FinanzKonzepts machen die Berater der HypoVereinsbank die persönliche ökonomische Situation für ihre Kunden in einem gemeinsamen Beratungsgespräch transparent. So wissen beide Seiten, woran sie sind und können gemeinsam die bestmöglichen Entscheidungen für mittel- und langfristige Ziele treffen.

Damit die Bankkunden auch im Alltag den Überblick nicht verlieren, hat die HypoVereinsbank den Persönlichen Finanzmanager (kurz PFM) entwickelt und ins Direct B@nking integriert. Der PFM funktioniert wie ein digitales Haushaltsbuch und passt sich clever an die Gewohnheiten der Kunden an:

Der finanzielle Überblick ist also das eine. Wer dann noch Kinderbetreuung, Haushalt und Erwerbstätigkeit gleichberechtigt teilt, gerät vermutlich weniger in den Sog der stressenden Rushhour. Doch auch Wirtschaft und Politik sind in der Pflicht: Eine Kultur, in der beruflicher Erfolg auch jenseits der 50 möglich ist, würde helfen, die Verdichtung in der Lebensmitte zu entzerren. Dazu gehört auch, dass eine Phase der Teilzeitarbeit nicht das Ende auf der Karriereleiter bedeutet. Doch bis es soweit ist, hilft – wie beim Berufsverkehr auch – oft nur eine Taktik: Mit Gelassenheit schauen, was da kommt.

  1. Regina Troendle
    26. April 2016, 11:52

    Diese Aufzählung kann man unendlich verlängern…
    Kita-Streik, Pädagogische Arbeitstage in der Kita, Arzttermine für die Kleinen zu unmöglichen Zeiten, Anrufe aus der Kita, dass das Kind auf den Kopf geknallt ist und zum Arzt will/soll/muss usw.
    Schön wäre es die Arbeitszeit tatsächlich flexibel handhaben zu können – ggfs. über einen Zeitraum grds. weniger zu arbeiten und auch keine Überstunden zu machen (was letztlich wieder der bisherigen Arbeitszeit entspricht). In dieser Phase ist die Lebensqualität eher unterirdisch.

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