Share Economy
03.03.2015

Sharing

Sharing Economy: Heute meins, morgen Deins

Ein neuer Trend verändert die Gesellschaft: Teilen ist angesagt – das sogenannte Sharing. Dank Social Media und moderner Kommunikationstechnologie boomen die vielfältigsten Sharing-Dienste. Ob Couch, Abendessen oder Hund – der Idee des Teilens sind scheinbar keine Grenzen gesetzt. Hier eine kleine Auswahl.

Essen: Geteilte Mahlzeit

Vor allem Singles kennen das Problem: Von Hunger getrieben, greift man zum Kochgeschirr und bereitet sich sein Lieblingsessen zu. Doch weil die Augen meistens größer sind als der Magen, bleibt in der Regel ein mehr oder minder großer Rest vom Essen übrig. Der landet dann nicht selten in der Biotonne. Das hinterlässt natürlich ein ungutes Gefühl. Warum also nicht andere an den eigenen Kochkünsten teilhaben lassen? Auf diese Idee ist auch der Gründer von joinmymeal.de gekommen. Das Prinzip dahinter ist ganz einfach: Der Hobbykoch preist seine Speise auf der Online-Plattform an und legt Preis und Uhrzeit für die Mahlzeit fest. Hungrige Nutzer, die sich selbst nicht an den Herd stellen wollen, können über die Funktion „Essen finden“ das Wunschgericht in ihrer Umgebung suchen, bestellen und schließlich abholen – oder zusammen mit dem Koch verspeisen.

Lesen: Kein Anschluss unter dieser Nummer

In Zeiten, in denen die meisten Kinder ein Handy oder Smartphone besitzen, haben Telefonzellen quasi ihre Daseinsberechtigung verloren. Nicht so in der hessischen Stadt Rodgau. Dort feierte die gute alte Telefonzelle ein Comeback, und zwar als öffentlicher Bücherschrank. In der blau übermalten Box haben Leseratten die Möglichkeit, sich Bücher auszuleihen, können aber auch ihre gebrauchten Werke dort hinterlegen. Das Verfahren ist völlig unkompliziert: Das gewünschte Buch einfach herausnehmen, lesen und wiederbringen. Oder auch nicht, denn der Leser kann das entliehene Werk auch behalten oder verschenken. Andere Städte und Gemeinden haben bereits ähnliche Projekte ins Leben gerufen.

Anziehen: Deine Levi's gegen meine Wrangler

Es gibt Menschen, bei denen quillt der Kleiderschrank über, obwohl der Großteil der Klamotten überhaupt nicht mehr getragen wird. Auch in diesem Fall kann das Sharing Abhilfe schaffen, indem man die nicht mehr benötigten Kleidungsstücke zum Tausch anbietet. Ganz nach dem Motto: Dir gefällt, was mir nicht mehr gefällt, und mir gefällt, was Dir nicht mehr gefällt. Im Internet gibt es bereits zahlreiche Dienste, die das Teilen oder Tauschen von Kleidern, Accessoires oder Kosmetikartikeln anbieten. Ein Beispiel dafür ist die Online-Plattform Kleiderkreisel.

Haustiere: Auf den Hund gekommen

In Zeitungen und Online-Foren sind häufig Kleinanzeigen wie diese zu lesen: „Nach einer beruflichen Veränderung ist mein kleiner Hund Anton leider viel zu oft alleine. Möchte meinen heiß geliebten Zwergschnauzer aber nicht abgeben …“. So weit, so gut. Doch was tun? Lesen wir weiter: „… Suche daher dringend eine tierliebe Person, die gemeinsam mit mir die Verantwortung für den gut erzogenen Anton teilen möchte.“ Den Hund teilen also. Was sich im ersten Moment etwas seltsam anhört, ist bereits gang und gäbe. Ein Hund für mehrere Frauchen und Herrchen – vor allem in den Großstädten der USA liegt Dog-Sharing voll im Trend. Aber auch in Deutschland gibt es schon diverse Angebote wie zum Beispiel die Hundesitter-Vermittlung gassi-gassi.de.

Helfen: Nachbarschaftshilfe mal anders

Bei frents – die Abkürzung bedeutet „Friends rent things” – leiht man sich Gegenstände in seiner Nachbarschaft aus. Wer in der eigenen Umgebung welche Dinge verleiht, sieht man auf einer „Karte der nutzbaren Dinge in der Nachbarschaft“. So kann man gezielt und virtuell auskundschaften, ob der junge Mann drei Straßen weiter seinen Tennisschläger, seine Bohrmaschine oder seine Spielekonsole ausleiht. Allerdings ist bei frents das Teilen nicht kostenlos. Jeder Vermieter legt den Mietpreis für seine Leihobjekte selbst fest.

Reisen: Unterwegs auf fremden Sofas

Immer mehr Reisende tun es: während des Urlaubstrips auf den Sofas oder in den Betten fremder Menschen übernachten. Die heimelige Atmosphäre, die Insidertipps der Gastgeber und der Umstand, dass die Unterkunft meistens kostenlos ist, sind gute Gründe, um auf den Komfort in einem zumeist teuren Hotel zu verzichten. Inspiriert von diesem Trend, startete vor gut zehn Jahren der Schlafplatz-Tauschdienst couchsurfing.org, der mittlerweile über ein weltweites Vermittlungsnetz von Couchanbietern und Couchsuchenden verfügt.

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