Sicheres Zuhause
13.03.2015

Sicheres Zuhause

Ganz schön helle: Glühbirne mit Alarmfunktion

Einbrecher sind häufig unterwegs – im Winter, in den Ferien und sogar während Beerdigungen. Zukünftig mehr Sicherheit fürs eigene Zuhause verspricht die Smart-Home-Innovation Comfy: ein intelligentes Alarmsystem in Form einer app-gesteuerten LED-Glühbirne.

Backöfen, die Brötchen passend zum Frühstück aufbacken, Staubsauger, die zuhause alleine ihre Runden drehen oder Heizungen, die auf die aktuelle Wetterlage reagieren – Wohnungen und Häuser verwandeln sich mehr und mehr in Smart Homes. Das eigene Heim denkt von ganz alleine und bietet seinen Bewohnern dadurch ein Plus an Komfort und Lebensqualität. Stefanie Turber, Doktorandin im Bereich Technologiemanagement an der Universität St. Gallen und eine von insgesamt sieben Gewinnerinnen des HVB Gründerinnen-Mentoring, kombiniert nun gleich zwei Bedürfnisse in einer Idee: Gemeinsam mit ihrem Gründungspartner Marcus Köhler entwickelt sie derzeit am Bosch Internet of Things Lab die LED-Glühbirne Comfy. Sie funktioniert als automatische Lichtanlage und erhöht mit einem integrierten Alarmsystem die Sicherheit von Häusern und Wohnungen.

Lichtalarm im Einbruchfall

„Als intelligentes Licht dient Comfy, wenn der Bewohner zu Hause ist, als Sicherheitslösung, wenn er sein Zuhause verlässt“, beschreibt Turber das Prinzip ihrer Innovation. Im Vergleich zu anderen Lichtanlagen bietet Comfy somit einen echten Mehrwert. Die clevere Glühbirne verfügt über Sensoren und kann dadurch unerwartete Bewegungen in ihrem Umfeld wahrnehmen. In Abwesenheit der Bewohner bleiben Einbrecher damit nicht lange unbemerkt. Wenn die Glühbirne Eindringlinge im Haus oder der Wohnung registriert, dann setzt zur Abschreckung ein Lichtalarm ein: „Ein Einbrecher ergreift schnell die Flucht, wenn er sich ertappt fühlt“, erklärt Turber ihre Überlegung.

Benachrichtigung per Smartphone

Als weitere Sicherheitsmaßnahme sendet Comfy die erfassten Bewegungsdaten in Echtzeit auf das Smartphone der Bewohner. So besteht auch aus der Distanz die Möglichkeit, den Einbrechern das Handwerk zu legen: „Durch die sofortige Benachrichtigung im Einbruchfall können Bewohner schnell reagieren und die Polizei verständigen“, erläutert die Gründerin und ergänzt: „Auf Wunsch können auch Nachbarn von Comfy über unerwartete Bewegungen im Haus des Bewohners informiert werden. Durch die räumliche Nähe kann so schnell überprüft werden, ob Einbrecher im Haus sind oder ein Fehlalarm vorliegt.“

Mehr Sicherheit bei langfristigem Einsatz

Viel Aufwand für die Nutzung der alarmierenden Glühbirne bedarf es nicht: „Das Schöne an unserer Lösung ist, dass sie im Handumdrehen zu installieren und ganz einfach zu handhaben ist. Für Comfy haben wir das zur Maxime gemacht“, unterstreicht die Doktorandin die Anwendbarkeit ihres innovativen Devices. Als LED-Glühbirne hat Comfy zudem eine lange Lebensdauer. Ein Vorteil in doppelter Hinsicht, da die Glühbirne langfristig einsetzbar ist und im Laufe der Zeit sogar immer nützlicher wird: „Es ist vorgesehen, dass Comfy die Bewegungsmuster der Bewohner erlernt und in deren Abwesenheit abspielt. Somit ist von außen nicht erkennbar, ob jemand zu Hause ist oder nicht. Dauerhaft wird Comfy somit noch wirksamer darin, Einbrecher abzuschrecken“, so Turber.

Kostengünstige Alternative zu klassischen Alarmsystemen

Wichtig ist der Gründerin zudem, die zukünftigen Käufer ihrer Glühbirne nicht vor finanzielle Hürden zu stellen. Anders als klassische, meist teure Überwachungssysteme soll Comfy eine kostengünstige Alternative zur Sicherung der eigenen vier Wände werden. „Der Nutzer soll unsere Lösung nach Möglichkeit in allen Kernfunktionen ohne monatliche Gebühren oder versteckte Zusatzkosten nutzen können“, beschreibt Turber ihre Absicht und fügt mit Blick auf ihre Zielgruppen hinzu: „Das ist für Mieter und Hausbesitzer gleichermaßen interessant, die ihr Zuhause sicher wissen möchten.“

Letzte Schritte bis zur Markteinführung

Das Gründerteam tüftelt seit knapp zwei Jahren an der cleveren Glühbirne. Darin ein Alarmsystem zu integrieren war anfangs nicht geplant: „Wir sind zunächst ganz allgemein mit automatischer Beleuchtung im Zuhause gestartet. Da der User mit Comfy jedoch auf simple Weise eine Menge Daten im eigenen Heim sammeln kann, haben wir uns weitere spannende Use Cases überlegt und schließlich die Idee einer smarten Alarmanlage entwickelt“, blickt die Wahlschweizerin zurück. Nach anfänglichen Verbraucherumfragen, dem Bau eines Prototypen und der Entwicklung eines Business- und Finanzierungsplans arbeitet das Team jetzt gezielt auf die Markteinführung hin. Dafür muss sich das Gründerteam allerdings noch um einige Punkte kümmern: zum Beispiel um den baldigen Abschluss ihrer Finanzierungsrunde oder die Entwicklung von Verkaufskanälen.

Business-Entwicklung mit erfahrener Unterstützung

Unterstützung für diese finalen Entwicklungsschritte bekommt Turber derzeit durch das HVB Mentoring-Programm für Gründerinnen. Für sechs Monate wird sie von Prof. Susanne Porsche, Mitglied im HVB Frauenbeirat und Leiterin der Initiative HVB Gründerinnen-Mentoring, auf ihrem Business-Weg gefördert. Für die Unternehmerin eine aussichtsreiche Chance: „Wie sich schon gezeigt hat, kann ich sehr von der Erfahrung meiner Mentorin und ihrem wertvollen Netzwerk profitieren. Ihre Unterstützung ist von unschätzbarem Wert.“ Darüber hinaus hofft Turber auf eine positive Strahlkraft des Mentoring-Programms für ihr Unternehmen: „Die direkte Verbindung zur HVB ist für unser Unternehmen interessant, wenn es darum geht, eine spätere Unternehmensphase über Fremdkapital zu finanzieren“, erklärt sie und nennt noch einen weiteren Vorteil: „Bislang sind wir mit unserem Spin-off vor allem in der Schweiz aktiv. Das Gründerinnen-Mentoring ist deshalb ein erster wichtiger Schritt, um auch hierzulande als Start-up wahrgenommen zu werden und Strukturen zu schaffen.“

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