Mutter mit Sohn auf dem Schoß und Tochter neben sich, liest beiden eine Geschichte vor
30.08.2017
Tipp

Jobs für Schüler

Steuern, Gehalt, Arbeitszeiten: Alles zu Schülerjobs

Eigenes Geld verdienen und unabhängiger von den Eltern sein: Viele Schüler bessern ihr Taschengeld mit einem Nebenjob auf. Allerdings dürfen schulpflichtige Kinder und Jugendliche neben der Schule nicht so viel jobben, wie sie vielleicht möchten. Wir sagen, welche Schülerjobs der Nachwuchs annehmen kann und worauf Eltern achten müssen.

Das spricht für einen Schülerjob …

  • Ihr Kind sammelt erste Erfahrungen im Berufsalltag.
  • Durch einen Schülerjob lernt ihr Kind, bewusster mit Geld umzugehen.
  • Ihr Kind ist finanziell unabhängiger.
  • Ihr Kind lernt, Verantwortung zu übernehmen.
  • Ihr Kind lernt, seinen Alltag zu managen.

… und das dagegen

  • Ihr Kind vernachlässigt womöglich die Schule.
  • Ihr Nachwuchs soll sich lieber ehrenamtlich engagieren.
  • Der Konsumwettlauf ihres Kindes um Handy und Kleidung könnte sich verschärfen.
  • Die körperliche und psychische Belastung könnte zu viel werden.
  • Die knappe Freizeit könnte noch knapper werden.

Was sagt der Gesetzgeber?

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) unterscheidet zwischen Kindern (unter 15 Jahren) und Jugendlichen (15 bis 18 Jahre). Nach dem Gesetz sind aber auch „Jugendliche“, die zur (Pflicht-) Schule gehen, noch „Kinder“.

Kinder unter 13 Jahren: Hier gilt ein generelles Arbeitsverbot. Ausnahmen bestehen für Theater- und Musikveranstaltungen, Filmaufnahmen, Fernseh- und Hörfunkproduktionen sowie die dazugehörigen Proben. Die Arbeitgeber müssen hierfür aber eine Genehmigung bei der zuständigen Aufsichtsbehörde einholen.

Kinder zwischen 13 und 15 Jahren: Mit Einwilligung der Eltern dürfen Kinder leichte Aushilfstätigkeiten übernehmen. Die Arbeit darf jedoch weder die Gesundheit gefährden, den Schulbesuch behindern, noch das Kind so belasten, dass es in der Schule dem Stoff nicht mehr folgen kann. Konkret heißt das: Erlaubt sind bis zu 2 Arbeitsstunden pro Tag an maximal 5 Wochentagen. Während der Schule darf die Tätigkeit nur bis 18 Uhr ausgeführt werden, in den Ferien auch länger. Doch auch dann gilt die Zwei-Stunden-Grenze.

Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren: Für jugendliche Schüler, die arbeiten wollen, sind die Einschränkungen nicht ganz so streng. Prinzipiell dürfen sie 40 Stunden in der Woche arbeiten: Es sind also acht Stunden pro Tag an maximal 5 Wochentagen erlaubt. Uhrzeittechnisch dürfen sie ab 6 Uhr morgens und bis 20 Uhr abends beschäftigt werden. Bei Schülerjobs ab 16 Jahren dürfen sie im Gaststättengewerbe bis 22 Uhr und in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr arbeiten. Samstags und sonntags gilt ein generelles Arbeitsverbot. Ausnahmen an Samstagen: In Krankenhäusern, in „offenen Verkaufsstellen“ (Bäckerei, Supermarkt, Kiosk etc.), im Gaststättengewerbe, beim Sport und in Reparaturwerkstätten. An Sonntagen ist per Gesetz eigentlich nur die Arbeit im Gaststättengewerbe und in Krankenhäusern als Ausnahme zu nennen.

Wie viel dürfen Schüler verdienen?

Für Schüler ist es fast immer am günstigsten, wenn sie beim Chef eine Lohnsteuerkarte abgeben. Die kann man kostenfrei beim Einwohnermeldeamt holen. Damit kriegen die jungen Leute ihr Geld brutto für netto. Erst ab einem monatlichen Bruttoverdienst von 899 Euro wird überhaupt Lohnsteuer fällig. Bleibt der Schülerjobber unter einem Jahresbruttoverdienst von 10.782 Euro, kann er sich die einbehaltene Lohn- und Kirchensteuer sowie den Solidaritätszuschlag im nächsten Jahr vom Finanzamt zurückholen. Das lohnt sich, denn ohne Lohnsteuerkarte zieht der Chef pauschal 25 Prozent vom Bruttolohn fürs Finanzamt ab.

Mit diesen Jobs verdienen Schüler am meisten Geld

In unseren „Top Seven“ der besten Schülerjobs haben wir folgende Faktoren berücksichtigt: die Bezahlung, den Spaßfaktor und die Planung in den Alltag.

Das Handy Ihrer Sprösslinge ist voll mit Musik? Dann fragen Sie doch mal herum, ob Ihr Sohnemann sich nicht auf Partys um die Musik kümmern soll. Hier ganz besonders auf die vorgeschriebenen Arbeitszeiten des Gesetzgebers achten. Stundenlohn: 20 bis 60 Euro.

Der Markt ist riesig. Viele Menschen kommen einfach nicht mit ihren PCs zurecht. Wenn Ihr Kind wirklich fit ist in der IT-Welt, kann es als Aushilfskraft gutes Geld verdienen. Stundenlohn: 15 bis 40 Euro.

Ihr Kind ist Stammgast im Studio um die Ecke? Dann ist Fitnesstrainer vielleicht der ideale Schülerjob. Mehr Infos gibt es beim Deutschen Sportstudio Verband. Stundenlohn: 10 bis 20 Euro bei Anfängern.

Bei Interesse können sich Ihre Kinder in einer Casting-Agentur einschreiben. Mit etwas Glück laufen sie schon bald als Fußgänger oder Partygast durchs Bild von Kino- und TV-Produktionen. Stundenlohn: 10 bis 20 Euro.

Ideal für besonders gute Schüler: Geben diese ihre Fachkenntnisse nachmittags an Schüler weiter, können sie sich ordentlich was dazu verdienen. Stundenlohn: 8 bis 20 Euro.

Der Schülerjob des Promoters hat sich in letzter Zeit zum Standardschülerjob entwickelt. Als Promoter verteilt man in der Fußgängerzone Flyer. Stundenlohn: 8 bis 12 Euro.

Einfach im Supermarkt um die Ecke anfragen, denn dafür werden gerne Aushilfen eingestellt. Stundenlohn: 8 bis 12 Euro.

Wie steht's um die Sozialversicherung?

Schülerjobs sind versicherungsfrei und gefährden auch nicht die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei regelmäßigen Einkünften gilt: Wenn diese unter 375 Euro im Monat liegen, sind Schüler in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenfrei über ihre Eltern mitversichert. Für diejenigen, die einen Minijob ausüben, gilt statt der 375-Euro- eine 450-Euro-Grenze. In den Ferien dürfen die Betroffenen kurzzeitig und ohne Begrenzung „nach oben“ mehr
verdienen, ohne

Bis Kinder volljährig sind, dürfen sie keine Nacht- oder Akkordarbeit leisten und höchstens 40 Stunden pro Woche arbeiten. In jedem Fall benötigen Kinder unter 18 die Genehmigung der Eltern.

dass die kostenfreie Mitversicherung gefährdet wird.

Gesucht und gefunden: So klappt's mit dem Schülerjob

Mit etwas Initiative und ein paar guten Ideen finden Eltern für ihre Sprösslinge den passenden Schülerjob. So klappt’s mit dem Schülerjob!

Die Jobvermittlung der Arbeitsagentur hat täglich neue Angebote für Ferienjobs in deiner Nähe. Adresse und Telefonnummer finden Sie im Telefonbuch. Außerdem: Durchsuchen Sie die Job-Börsen für Schülerjobs im Internet.

Lesen Sie die Anzeigen für Ferienjobs und Nebentätigkeiten im Netz oder geben Sie selbst eine Anzeige auf. Falls Sie auf ein Jobangebot reagieren, seien Sie aufmerksam. Vorsicht auch bei tollen Versprechungen, was den Verdienst angeht.

Dort, wo Freunde und Bekannte arbeiten, werden vielleicht auch Ferienjobs angeboten.

Wenden Sie sich direkt ans Personalbüro und fragen Sie dort nach, ob das Unternehmen Schülerjobs vergibt.

Schon mal im Keller, dem Speicher, der Garage oder Kinderzimmer nach alten Sachen geschaut, die keiner mehr braucht? Spielsachen, Bücher, CDs, Comics, Klamotten, Haushaltsgegenstände. Fast alles, was noch taugt, lässt sich auf Flohmärkten in bare Münze umsetzen und bessert die Schülerkasse auf.

Fazit

Verboten sind Arbeiten, die zu anstrengend, zu gefährlich oder gesundheitsgefährdend sind. Die Grenzen für regelmäßige Einkünfte liegen bei 375 Euro bzw. 450 Euro (bei Minijobs). Und in den Ferien dürfen Schüler kurzzeitig und unbegrenzt mehr verdienen.

Bundesland für Bundesland müssen sich Kinder und Jugendliche wieder auf den Schulalltag einstellen. Dabei dürfen Stundenplan und Ferientermine natürlich nicht fehlen. Jetzt herunterladen und ausdrucken!

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