Straßenfußball

04.07.2014

Straßenfußball: Mehr als ein Spiel

Millionenschwere Ablösesummen und Werbeverträge, Stadienbau im Urwald,  Bestechung – wenn man die Schlagzeilen rund um Fußball liest, vergisst man darüber manchmal, wie simpel der Sport sein kann: Ein Hinterhof, eine Handvoll Spieler und ein Ball reichen für ein Match völlig aus. Straßenfußball ist nach wie vor der Lebensmittelpunkt vieler Kinder und Jugendlicher. Das erleben auch Resa und Oussman von der Straßenfußballliga “buntkicktgut” in München.

Sie heißen “Tiki Taka Stylers”, “FC Waldwinkel”, “Samborella”, “FC Kabul”, “Laimer Chicas” oder “Soccer Tygazz” und sie alle sind Teams in der interkulturellen Straßenfußballliga “buntkicktgut”. Das Projekt ist aus der Arbeit mit Jugendlichen einer Gemeinschaftsunterkunft für Bürgerkriegsflüchtlinge entstanden. Heute spielen bei “buntkicktgut” über 200 Teams mit Spielern aus mehr als 90 Nationen. “Jugendliche im Alter von elf bis sechszehn Jahren suchen Identifikationsfelder und die bieten wir mit dem Straßenfußballevent auf dem Kleinfeld”, erklärt Gründer Rüdiger Heid die Arbeit von “buntkicktgut”. “Aber wir haben den Anspruch, dass sich die Jugendlichen selbst organisieren, um das Training und die Spiele auf die Reihe zu bekommen und Verantwortung zu übernehmen. Wenn sie mal nicht erscheinen ohne Bescheid zu sagen, dann gibt es vom Liga-Rat Sanktionen oder sie sind raus aus der Liga. Die Jugendlichen müssen wissen, ob es ihnen so viel wert ist, dass sie auch Verbindlichkeiten zeigen.”

Toleranz und Verantwortung

Neben den Punkten für gewonnene Fußballspiele gibt es bei “buntkicktgut” auch Punkte für Fairplay und Organisation. Sind alle Spieler pünktlich zum Spiel gekommen? Haben alle einheitliche Trikots an? Hat der Gastgeber für kleine Snacks und Getränke gesorgt? Durch die Gemeinschaft im Team und die Anerkennung bei den Turnieren lernen die Jugendlichen, dass es sich lohnt, auf ein Ziel hinzuarbeiten. Oft zeigt sich das auch in besseren Schulnoten. Das Auspowern beim Sport und der gemeinsame Verhaltenskodex sorgen dafür, dass die Jugendlichen lernen, Konflikte nicht mit Gewalt zu lösen. Vorurteile gegenüber Menschen anderer Herkunft lösen sich beim gemeinsamen Spiel auf. Bunt kickt eben besser!

Integration und Eigenständigkeit

Einer, der durch “buntkicktgut” schon einiges erreicht hat, ist der 21-jährige Oussman. In Togo  geboren, ist er mit 12 Jahren nach Deutschland gekommen. Nun absolviert er bei buntkicktgut eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann:

Hoffnung und Erfolg

Von der Straße in die großen Fußballarenen – diesen Traum träumen Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt und auch für viele Jungendliche von “buntkicktgut” ist die Hoffnung auf die große Fußballkarriere eine wichtige Motivation. Stars wie Mesut Özil, Luis Gustavo oder Didier Drogba  haben es vorgemacht. Und auch in München ist buntkicktgut-Spielerin Resa ein Vorbild für viele andere fußballbegeisterte Jungendliche. Die 17-jährige spielte bisher bei den B-Juniorinnen des FC Bayern München und wurde mit ihnen gerade zum zweiten Mal Deutscher Meister. Zur Saison 2014/15 wechselt Resa nun mit einem beachtenswerten Vertrag zum aufstrebenden Club BSC Marzahn nach Berlin, um den Frauen dort beim Aufstieg in die 2. Bundesliga zu helfen.

Wir wünschen Oussman, Resa und allen anderen Spielern von “buntkicktgut”, dass sie ihre Träume verwirklichen!

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