Tipps Hauskauf: Herz oder Kopf? Worauf Sie beim Hauskauf hören sollten
22.09.2016

Tipps Hauskauf

Bauch oder Kopf? Worauf Sie beim Hauskauf hören sollten

Manche Menschen kaufen Immobilien eher mit dem Herzen als mit dem Verstand. Anstatt ein Objekt auf wichtige Kriterien wie Bauqualität oder Grundstücksrechte abzuklopfen, sind einige auf dem Besichtigungstermin gedanklich schon bei der Farbwahl der Gardinen angekommen. Hinterher gibt es nicht selten böse Überraschungen, die ganz schön teuer werden können. Wir geben Tipps, wie Sie Ihre Entscheidung auf eine gesunde Mischung aus Bauch und Kopf stützen können.

Eine wohlige Atmosphäre, die gute Lage und natürlich der tolle Garten hinter dem Haus: Der Kauf eines Eigenheims ist für viele Menschen eine hoch emotionale Angelegenheit. Kein Wunder! Schließlich will man ein eigenes Reich schaffen, in dem man sich richtig wohlfühlen und eigene Wünsche verwirklichen kann. Ein gemütliches Ambiente ist oftmals das entscheidende Kaufkriterium – wer will in puncto Behaglichkeit schon Kompromisse machen? Sind bei der Besichtigung alle Wohlfühlfaktoren erfüllt, signalisiert unser Bauchgefühl binnen Sekunden: Ja – diese Immobilie soll es sein! Was aber, wenn sich das charmante, ‘leicht renovierungsbedürftige‘ Häuschen im Nachgang als teures Langzeit-Projekt entpuppt? „Gefühle dürfen bei einem Hauskauf niemals die Oberhand gewinnen“, betont Ludwig Wiesbauer, Geschäftsführer Immobilienvermittlung bei PlanetHome. „Wer eine Immobilie übereilt aus dem Bauch heraus kauft, für den kann der Traum vom Eigenheim auch ganz schnell zum Alptraum werden.“

Bauchgefühl: nur ein Indikator

Sicherlich: In seinem Zuhause soll man sich wohlfühlen – keine Frage! Die innere Stimme hat also durchaus ihre Berechtigung. Aber: Emotionen alleine bieten keine gute Entscheidungsgrundlage! Bei einem Immobilienkauf sollte immer der Verstand das letzte Wort haben. „Ein Eigenheim ist für die meisten Menschen die größte Investition ihres Lebens – es geht also um sehr viel Geld. Gerade deshalb sollte man das Thema sehr umsichtig angehen“, weiß Wiesbauer. „Für die Frage, ob ein Objekt überhaupt in die engere Auswahl kommt, ist das Bauchgefühl durchaus hilfreich. Bei allen weiteren Schritten ist aber unbedingt eine kritische Analyse gefragt!“

Vor der Suche: Ansprüche und Möglichkeiten abklären

Interessenten rät der Experte, sich möglichst frühzeitig – also schon vor der konkreten Objektsuche – Gedanken über die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten zu machen. Dazu zählt auch das Gespräch mit dem Bankberater, um einen Überblick zu bekommen, wieviel Immobilie man sich leisten möchte und wie eine mögliche Finanzierung aussehen kann. „Erst nach einer gründlichen Lagesondierung kann die Suche nach einer passenden Immobilie zielführend sein. Nur wer eine konkrete Vorstellung vor Augen hat, kann auch fündig werden. Alles andere ist vertane Zeit.“

Checkliste für den Besichtigungstermin

Während der Recherchephase empfiehlt Wiesbauer, eine ausführliche Checkliste als Gedankenstütze anzulegen. Darauf sollten alle Anforderungen an die gesuchte Immobilie notiert sein, die man auf der Besichtigung dann überprüfen kann. Vor einem konkreten Ortstermin sei es außerdem ratsam, einige Standortfaktoren näher zu durchleuchten, ergänzt der Immobilien-Fachmann: „Entspricht die Lage wirklich meinen Bedürfnissen? Bietet mir das Objekt auch langfristig den benötigten Platz? Kann ich jeden Raum sinnvoll nutzen? Nur wenn sich alle Fragen mit Ja beantworten lassen, macht eine Besichtigung vor Ort wirklich Sinn.“

Besichtigungstermin: Auf Herz und Nieren prüfen

Bei der Immobilienbesichtigung hat emotionale Zurückhaltung oberste Priorität. Interessenten sollten sich nicht von einer gemütlichen Atmosphäre blenden lassen, sondern ihr Objekt der Begierde einem gründlichen Faktencheck unterziehen. Seit einigen Jahren sind Verkäufer gesetzlich verpflichtet, spätestens bei der Besichtigung einen gültigen Energieausweis vorzuweisen. Ein Blick in den Ausweis ist unabdingbar, um die zu erwartenden Energiekosten einzuschätzen. „Bei Gebrauchtimmobilien kommen Unterlagen zu durchgeführten Renovierungs- oder Instandhaltungskosten hinzu, damit man einen Überblick bekommt, ob in nächster Zeit kostenintensive Erneuerungen, etwa bei Fenstern oder Heizungsanlagen, anfallen.“ Auch der nachträgliche Blick ins Grundbuch sei ein absolutes Muss, ergänzt der Münchener. „Dort sind alle wesentlichen Inhalte zu Rechten und Lasten des Grundstücks enthalten.“

Experten zurate ziehen: Baumängel rechtzeitig erkennen

Der Besichtigungstermin ist also die Stunde der Wahrheit und die Gelegenheit für den Faktencheck. Wie aber kann man als Laie eigentlich beurteilen, ob etwa mit der Bausubstanz alles in Ordnung ist? „Wer auf Nummer sicher gehen will,  vereinbart am besten einen zweiten Besichtigungstermin mit einem Sachverständigen. Sofern dies zeitlich nicht mehr möglich ist, sollte dieser spätestens vor dem Notartermin zum Einsatz kommen“, rät Wiesbauer. „Die Investition in einen Profi kann sich buchstäblich auszahlen. Denn nur er kann versteckte Baumängel erkennen und so vor hohen Folgekosten schützen.“ Unabhängige Sachverständige lassen sich übrigens auf den Webseiten der Industrie- und Handelskammern (IHK) finden. „Natürlich sollte auch der Immobilienmakler alle Fragen zur Immobilie zuverlässig klären können und sowohl Käufer als auch Verkäufer als neutraler Berater zur Seite stehen.“

PlanetHome Professionelle Unterstützung bei der Objektsuche

Wer auch die Immobiliensuche in die Hände von Profis geben möchte, kann sich im Suchkundenportal von PlanetHome registrieren lassen. Hierüber bekommen Interessenten, zugeschnitten auf ihre persönlichen Suchkriterien und Ansprüche, regelmäßig passende Immobilienobjekte angeboten. Und das sogar oftmals schon bevor die Objekte über gängige Immobilienportale einem großen Publikum angeboten werden. Zusätzlich steht das PlanetHome-Team bei allen Fragen rund um den Immobilienkauf beratend zur Seite.

  1. Andrea Kantioler
    27. September 2016, 16:12

    Guten Tag Frau Kernbichl,
    vielen Dank für Ihren Kommentar! Auf die innere Stimme zu hören, ist sicherlich nicht verkehrt. Dennoch sollte eine so komplexe und weitrechende Entscheidung wie einen Hauskauf immer auf Basis von Fakten getroffen werden.
    Viele Grüße,
    Andrea Kantioler

  2. Birgit Kernbichl
    26. September 2016, 8:37

    Das Wichtigste ist das Baugefühl. Wir haben leider verlernt auf unsere innere Stimme zu hören, die uns immer den richtigen Weg weist. Oft sagt man im Nachhinein: „Hätte ich doch meinem ersten Gefühl vertraut“.

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