13.02.2015

UEFA Champions League Achtelfinale

Die deutschen Teams vor dem Champions-League-Achtelfinale

In der kommenden Woche ist es soweit: Die Rückrunde der UEFA Champions League startet mit den Achtelfinals. Unser Experte Matthias Opdenhövel hat die Chancen der deutschen Teams unter die Lupe genommen.

FC Bayern München

Guck mal an, die Bayern können ja doch noch gewinnen. Das 2:0 in Stuttgart war aber sicher kein Ruhekissen für Pep Guardiola. Da ist noch ziemlich Salz im Winter-Getriebe bei den Münchenern, auch wenn der Dreier mit 880 Ballkontakten eingefahren wurde. Das drückt zwar Überlegenheit aus, aber zwingend war es nicht immer. Okay, Traumtore schießen sie trotzdem. Arjen Robben mit seinem zwölften Saisontor. Jetzt traf er schon gegen 16 der 17 Clubs in der Liga, nur Paderborn fehlt ihm noch. Das wird sich sicher einrichten lassen. Robben ist in Topform, aber wo ist Lewandowski eigentlich? Und wo ist die unüberwindbare Bayern-Abwehr hin? In der Rückrunde schon fünf Gegentore, ein Tor mehr als in der kompletten Hinrunde.

Fazit:

Insgesamt nur vier Punkte aus drei Spielen – Donezk wird eine harte Nuss. Bayern kommt zwar langsam wieder ins Rollen, muss sich aber noch steigern, um sich gegen starke und kämpfende Ukrainer durchsetzen zu können. Einen großen Vorteil haben die Bayern: In der Ukraine ist Winterpause und Donezk fehlt es an Spielpraxis.

Mein Tipp: Bayern kommt weiter, aber knapper als viele glauben.

Borussia Dortmund

Was für eine Woche für den BVB. Erst ein Sieg in Freiburg und dann verlängert auch noch Marco Reus ohne Ausstiegsklausel. Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Wie ging das denn so schnell? Ich glaube, der Führerschein-Gau hat den Dortmundern ziemlich in die Karten gespielt. Da hat Reus gemerkt, wie sehr er sich auf die Unterstützung seines Vereins verlassen kann. Wer weiß, wie damit in anderen Clubs umgegangen worden wäre.

Trotzdem, wegen einer Vertragsverlängerung ist noch kein Club drin geblieben. Also muss der BVB nachlegen. 19 Punkte, Tordifferenz 21:27, Platz 16. Zwar helfen ihnen Immobile und Ramos bisher überhaupt nicht weiter, aber Pierre-Emerick Aubameyang wird immer unverzichtbarer. Nicht nur was neue Frisurentrends angeht. Er war an zehn der letzten 15 Bundesliga-Tore von Borussia Dortmund direkt beteiligt (sechs Tore, vier Assists), 117,1 km Laufleistung, 149 gewonnene Zweikämpfe, 22 Torschüsse im letzten Ligaspiel, sein erster Doppelpack. Das alles sind starke Werte.

Fazit:

Dortmund hat noch einen extrem weiten Weg vor sich. Die Frage ist, ob der Schalter pünktlich zur CL wieder umgelegt werden kann. Die Verlängerung von Reus könnte ein wichtiger Impuls sein, und wenn Dortmund sein Pressing spielt wie in der vergangenen Saison, dann wird es schwer für Juve.

Mein Tipp: Der BVB setzt sich gegen den italienischen Ersten durch. Wird aber ein ganz enges Höschen.

FC Schalke 04

Platz drei in der Liga: Schalke ist wieder auf Champions-League-Kurs. Und ein Erfolg gegen Gladbach und damit gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Champions-League-Plätze ist ein extrem wichtiger Schritt. Ich sag nur 6-Punkte-Spiel. S04 ist damit erstmals in dieser Saison fünf Bundesliga-Spiele in Serie unbesiegt (drei Siege, zwei Remis). Was aber noch viel wichtiger ist: Schalke hat das System von Roberto Di Matteo verinnerlicht. Seitdem er im November das Schalker Spiel auf ein 3-5-2 umstellte, kassierte S04 in neun Spielen nur sieben Tore und verlor nur einmal. Die Mannschaft hat das System mit einer Dreierkette, die in der Rückwärtsbewegung zur Fünferkette wird, ziemlich gut begriffen. Konsequentes Arbeiten gegen Ball und Gegner – über 122 Kilometer spulten die Schalker gegen Gladbach (120 km) ab.

Fazit:

Gegen die aktuell stotternde Tormaschine aus Madrid könnte die Flucht nach vorne ein Mittel zum Zweck sein. Spielen sie so defensiv wie gegen Gladbach, haben sie aber keine Chance.

Mein Tipp: Auch wenn die momentanen Ergebnisse der Teams eine andere Sprache sprechen: Real kommt weiter. Die Qualität ist einfach zu hoch.

 

Bayer 04 Leverkusen

Was ist mit Bayer los? Abgerutscht auf Platz 6 in der Liga.

Von dem hoch gelobten Angriffsspiel der Werkself unter Coach Roger Schmidt ist kaum noch etwas zu sehen. Seit sieben Partien erzielte Bayer nicht mehr als einen Treffer. In der Hinrunde wirbelten Bellarabi und Calhanoglu noch die Abwehrreihen durcheinander. Nur eines ist geblieben: Stefan Kießling trifft auch weiterhin nicht. Aus den vergangenen vier Begegnungen holten die Rheinländer lediglich fünf Zähler. Die alte Bayer-Krankheit droht wieder auszubrechen: Hinrunde Top, Rückrunde Flop. So geht der Anschluss an die Champions-League-Plätze verloren.

Fazit:

In der jetzigen Harmlosigkeit hat Atlético leichtes Spiel mit Leverkusen. Bayer braucht eine sehr große Leistungssteigerung, um dem spanischen Meister Paroli bieten zu können.

Mein Tipp: Atletico Madrid zieht klar in die nächste Runde ein. Wer Real 4:0 weghaut, wird mit Leverkusen nicht wirklich Probleme haben.

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