Unternehmerpersönlichkeiten
06.02.2016
Meinung

Unternehmerpersönlichkeit

Die Unternehmerpersönlichkeit: Mythos oder Wirklichkeit?

Spätestens seit der Gründer-Castingshow „Die Höhle der Löwen“ weiß die deutsche Fernsehnation, was eine erfolgreiche Unternehmensgründung ausmacht. Süffisant und quotenwirksam urteilen die Investoren Judith Williams, Frank Thelen, Lencke Steiner und Jochen Schweizer über Neuunternehmer und deren Geschäftsideen. Produkt, Businessplan, Unternehmensbewertung – keine Schwachstelle entgeht den wachsamen Augen der investitionswilligen „Löwen“. Doch ehe die Geldgeber ihre Schatztruhen öffnen, steht ein weiteres Kriterium auf dem Prüfstand. „Ich finde diese Frau einfach gut“, urteilt beispielsweise Lencke Steiner über Eva Malawska, Gründerin von „Kleine Prints“. Die Persönlichkeit der Unternehmer ist ein wichtiger Faktor, küren Risiko-Kapitalgeber ihre Geschäftspartner. Investor Frank Thelen ist auf der Suche nach der „Gründer-DNA“ und dem „Killer-Instinkt“. Er investiere in „Gründer“, sagt der Technologie-Experte in einem Focus-Interview. Daher müssten sie nicht nur ihren Markt im Schlaf kennen, sondern auch in harten Zeiten Biss und einen langen Atem beweisen. Doch was genau macht diese DNA aus? Haben Unternehmerkinder bei der Übernahme des elterlichen Betriebs einen Vorteil, weil das Talent für Selbstständigkeit in die Wiege gelegt wird? Oder ist das Zusammenspiel der vielen Faktoren zu komplex, um es auf eine Erfolgsformel herunterzubrechen? Wir unterziehen den Mythos „Unternehmerpersönlichkeit“ einem Realitätscheck und greifen dabei auf die langjährige Erfahrung der HVB-Spezialisten für Gründung und Nachfolge zurück!

Wenn der Chef meckert und die Arbeitsaufträge mal wieder völlig sinnlos erscheinen, haben wohl alle Arbeitnehmer schon einmal davon geträumt, zu den 11 Prozent Selbstständigen in Deutschland zu gehören. Schnell kommt dann die Frage auf, ob man der Herausforderung überhaupt gewachsen ist. Bin ich eine Unternehmerpersönlichkeit? Wer diese Frage einer großen Suchmaschine stellt, landet schnell bei einschlägigen Online-Tests. Sie versprechen Aufschluss über die eigenen Fähigkeiten als Unternehmer. Umfang und Aufmachung der Tests variieren stark. Sie reichen von einer attraktiven Infografik bis hin zum 90 Fragen starken, nüchternen Fragenkatalog eines Forschungszentrums. Auch das Bundeswirtschaftsministerium mischt hier mit. Dessen Test seziert beispielsweise in nur 15 Multiple-Choice-Fragen die Komplexität einer Persönlichkeit mit chirurgischer Präzision und kommt danach zu einer eindeutigen Empfehlung. Wir haben einen seit Jahren gut gebuchten Freelancer gebeten, den Test für uns zu machen. Doch das Ergebnis stiftet Verwirrung: „Sie haben 14 von 30 möglichen Punkten erreicht. Sie sollten sich noch einmal die Frage stellen, ob Sie wirklich eine unternehmerische Selbständigkeit anstreben wollen oder ob Sie als Angestellte/r nicht doch ein für Sie persönlich besser geeignetes Arbeitsumfeld vorfinden.“

Gründertests: Wenig hilfreich

Bei Stiftung Warentest schneiden Gründertests im Internet nicht gut ab. Der beste von vier getesteten Persönlichkeitstests, „F-DUP Diagnose unternehmerischer Potenziale“ von Prof. Dr. Günter F. Müller, erhielt die Note „Befriedigend“. Alle anderen erreichten nur ein „Ausreichend“.  Die Kritik der Profitester: Die Auswertungen seien zu allgemein und böten kaum konkrete Hinweise. Auch Karrierecoach und Bloggerin Svenja Hofert warnt davor, Lebensentscheidungen von Online-Tests abhängig zu machen: „Gründertests suggerieren eine mythenhafte Unternehmerpersönlichkeit und unterstreichen nur Klischees. Solche Tests sind eher kontraproduktiv, als hilfreich, da sich potenziell erfolgreich Selbständige durch ein negatives Testergebnis abschrecken lassen könnten.“

Gründertests sind wenig hilfreich

Svenja Hofert Bloggerin und Karriere-Coach

Svenja Hofert ist Karriere-Expertin und Coach. Sie selbst hat sechs Unternehmen gegründet. Die Buchautorin schreibt seit 2006 in ihrem „Karriereblog“ über Arbeitswelt, HR, Führungs- und Teamthemen.

Was ist dran an der Unternehmerpersönlichkeit?

Doch auch wenn Tests zur Unternehmerpersönlichkeit durchfallen, zeigen diverse Studien und Forschungen, dass unternehmerischer Erfolg überdurchschnittlich oft von wiederkehrenden Persönlichkeitsmerkmalen begleitet wird. Das Fünf-Faktoren-Modell gilt heute als Standardmodell in der Persönlichkeitsforschung. Im Zentrum stehen hierbei:

  • Neurotizismus: Bin ich ruhig und selbstsicher oder emotional und verletzlich?
  • Extraversion: Bin ich zurückhaltend und reserviert oder gesellig?
  • Offenheit: Bin ich konsistent und vorsichtig oder erfinderisch und neugierig?
  • Gewissenhaftigkeit: Bin ich unbekümmert und nachlässig oder effektiv und organisiert?
  • Verträglichkeit: Bin ich kompetitiv und misstrauisch oder kooperativ, freundlich und mitfühlend?

„Erfolgreiche Selbstständige haben bei den Big-Five-Werten Offenheit, Gewissenhaftigkeit und emotionale Stabilität oft höhere Werte“, stellt Svenja Hofert fest. „Sie haben eine stabile, weltoffene Persönlichkeit und sind motiviert, etwas zu leisten. Extraversion hilft, da die Kontaktorientierung das vor allem im Dienstleistungsbereich so entscheidende Netzwerken erleichtert.“ Neben den „Big-Five“ gibt es noch eine Reihe anderer Persönlichkeitsfaktoren, die in wissenschaftlichen Modellen für erfolgreiche Unternehmer zu Grunde gelegt werden:

Menschen mit einer hohen intrinsischen Motivation haben die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren. Sie werden nicht von externen Faktoren wie Geld, Zwang oder Anerkennung getrieben, sondern die Aufgabe selbst ist es, die  diesen Persönlichkeitstyp reizt.

Menschen mit einer ausgeprägten Selbstwirksamkeit sind der Überzeugung, ihres eigenen Glückes Schmied zu sein. Zufall oder Schicksal lassen sie in Bezug auf ihr unternehmerisches Geschick nicht gelten. Für sie ist klar: nur harte Arbeit führt zum Erfolg. Ein hohes Maß an Eigenverantwortung führt dazu, dass sich diese Menschen nicht gerne bevormunden lassen. Oft wird Selbstwirksamkeit auch von einer höheren Risikobereitschaft begleitet. Sie ist eine Spielart des Selbstvertrauens, die sich häufig im Laufe eines Gründungsprozesses oder einer Unternehmensnachfolge entwickelt, nämlich dann, wenn sich erste Erfolge einstellen.

Neue Aufgaben ohne bekannten Lösungsweg stellen für Menschen, die über konstruktive Problemlösungsstrategien verfügen, kein Hindernis dar. Im Gegenteil! Sie werden als willkommene Herausforderung empfunden. Dabei unterscheidet die Forschung in Typen, die analytisch oder intuitiv an Probleme herangehen.

Ein erfolgreicher Unternehmer sollte bewusst und reflektiert mit Risiko umgehen. Einerseits ist eine gewisse Risikobereitschaft Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensführung, andererseits sollte dabei nicht Kopf und Kragen riskiert werden. Studien namhafter Universitäten zeigen, dass Gründer aus gut situierten Familien besonders oft unternehmerische Risiken eingehen. Warum? Auch wenn das Unternehmen scheitert, ist die persönliche Existenz doch nie ernsthaft gefährdet.

Menschen mit einer hohen Toleranz für ungewisse Situationen gehen zum Beispiel gerne zu Parties, auf denen sie niemanden kennen oder unternehmen abenteuerliche Reisen in exotische Länder. Je strukturierter ein Mensch ist, desto weniger gut kann er Unbekanntes aushalten, je intuitiver, desto besser.

Um sich durchzusetzen, muss nicht nur die Fähigkeit dazu vorhanden sein, sondern auch der Wille. Wer auf seinen Standpunkten beharrt, setzt dabei die Harmonie aufs Spiel, gefährdet Geschäftsabschlüsse oder löst Streit aus. Erfolgreiche Unternehmer beherrschen die Kunst, einen Mittelweg zwischen zu großer Nachgiebigkeit und Kompromisslosigkeit zu finden.

Misserfolge werfen erfolgreiche Unternehmer nicht allzu lange aus der Bahn. Dabei sollte ein Rückschlag nicht verdrängt, sondern reflektiert werden und in einen konstruktiven Lernprozess münden. Ein vermögender familiärer Hintergrund bewirkt außerdem, dass Unternehmer auf klamme Zeiten insgesamt stabiler reagieren. Übrigens: Viele Gründer erfolgreicher Start-ups sind zuvor mit anderen Geschäftsideen gescheitert. Eine solche Krise bewältigt zu haben, gibt zusätzlich psychische Stabilität und die Gelegenheit, aus Misserfolgen zu lernen. Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Erfolgreiche Unternehmer sind in der Lage, Arbeitszeit effizient zu strukturieren, sei es die eigene oder die ihrer Mitarbeiter. Gerade in kleineren Unternehmen, in denen Engpässe nicht so gut abgefedert werden können, ist gutes Zeitmanagement ein wichtiger Faktor für den geschäftlichen Erfolg.

Gerade bei einer Neugründung kann es dauern, bis sich Erfolg einstellt und sich die Mühen finanziell lohnen. Wer diesen Belohnungsaufschub gut tolerieren kann, hat es in der Gründungsphase einfacher als andere.

Der Unternehmer – ein Tausendsassa?

Unternehmer, die von Anfang an über all diese Eigenschaften verfügen, wird es nur wenige geben. Es besteht also kein Grund, voreilig das Handtuch zu werfen. Die Eigenschaften helfen Unternehmern zwar, erfolgreich zu sein, sind per se aber noch kein Erfolgsgarant. Svenja Hofert identifiziert nicht einen bestimmten Persönlichkeitstypus als Basis für eine erfolgreiche Unternehmung, sondern eine durchdachte Grundidee, ausreichend Zeit für die Gründung und allen voran einen hohen Antrieb, aus dem heraus sich die Energie für ein erfolgreiches Unternehmertum speist. Zudem sollten auch immer beide Seiten der Medaille betrachtet werden: So kann eine unnachgiebige harte Verhandlungstaktik bei Preisverhandlungen von Vorteil sein, aber hinderlich, wenn es um die Mitarbeiterführung geht. Führungsteams sind ein probates Mittel, Stärken und Schwächen der einzelnen Mitglieder auszugleichen und zu ergänzen. „Wer einen hohen Antrieb mitbringt, wird wichtige Eigenschaften wie Kommunikationsstärke, Frusttoleranz oder Sozialkompetenz im Laufe des Gründungsprozesses entwickeln“, ergänzt Hofert. Und noch ein Argument spricht für die Karriereexpertin gegen eine universelle Formel für erfolgreiches Unternehmertum: „Die modernen Freelancer der Wissensgesellschaft arbeiten unter ganz anderen Vorzeichen als zum Beispiel der Inhaber eines Familienunternehmens, das Generationen überdauern soll.“

Das sagen die HVB Experten

Wir haben unsere Spezialisten aus dem Team für Gründung und Nachfolge nach ihren Erfahrungen befragt. Tag für Tag begleiten sie Gründungs- und Nachfolgeprozesse. Für uns plaudern sie aus dem Nähkästchen und erzählen, was für sie einen erfolgreichen Unternehmer ausmacht.

Erfolgreiche Unternehmerin - auch ohne Test

Birgit Kownatzki Hamburg

Birgit Kownatzki ist seit 16 Jahren Spezialistin für Gründung und Nachfolge. Vor 26 Jahren begann sie nach dem Abitur mit einer Ausbildung zur Bankkauffrau ihre Laufbahn bei der HypoVereinsbank. Anschließend bildete sie sich intern zur Kreditspezialistin fort und war als Geschäftskundenbetreuerin tätig.

„In meiner Tätigkeit beobachte ich, dass erfolgreiche Unternehmer einem bestimmten Persönlichkeitstypus entsprechen, auch wenn sie von der Grundstruktur sehr unterschiedlich sein können. Da gibt es zum Beispiel ruhige und extrovertierte Typen, Teamplayer und Einzelkämpfer. Und trotzdem haben alle meiner Meinung nach eine weit entwickelte Persönlichkeit. Diese Menschen wissen einfach, wo sie im Leben stehen und sind dadurch in sich sehr gefestigt. Sie treffen überlegte Entscheidungen und stehen dann auch dazu. Sie erkennen Probleme, denken aber in Lösungen. Sie sind risikobewusst, aber nicht ängstlich. Sie eint eine gewisse soziale Kompetenz und Kommunikationsstärke. Außerdem haben eigentlich alle erfolgreichen Gründer ein Ziel, auf das sie hinarbeiten und das sie hohe Belastungen meistern lässt. Sie haben eine Vision, einen Plan – und fliehen nicht aus der Arbeitslosigkeit oder einem schlechten Job. Unterschiede beobachte ich beim Umgang mit der eigenen Entlohnung: Für viele ist der finanzielle Erfolg ein großer Motor, der sich nach einer anfänglichen Durststrecke bald einstellen soll. Andere gründen, um ihren Traum zu verwirklichen. Hier rückt der finanzielle Aspekt etwas in den Hintergrund. Übrigens: Auch Unternehmensnachfolger sind Gründer. Hier bewerten wir genauso Businesspläne und prüfen, ob die Persönlichkeit des Nachfolgers zum Unternehmen passt. Wenn der Senior eine ausgeprägte Unternehmerpersönlichkeit ist, dann erkennt er oder sie, ob zum Beispiel die eigenen Kinder oder Mitarbeiter für die Unternehmensnachfolge geeignet sind. Eine gute Unternehmerpersönlichkeit kann außerdem abgeben und lässt der nachfolgenden Generation ihre Eigenheiten. Diese Persönlichkeiten suchen nicht nach einem Abbild des eigenen Selbst vor 30 Jahren.“

Erfolgreiche Unternehmerin - auch ohne Test

Steffen Begander Leipzig

Steffen Begander ist gelernter Bankkaufmann und seit 25 Jahren bei der HypoVereinsbank. Zu Beginn seiner Laufbahn betreute er Privatkunden und hatte auch eine Führungsposition inne. Nach einer Kreditausbildung ist er dann in den Geschäftskundenbereich gewechselt und betreut seit 2008 Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen als Spezialist im Team für Gründung und Nachfolge.

„Eine Unternehmerpersönlichkeit gibt es schon. Meiner Erfahrung nach haben etwa 80 Prozent aller erfolgreichen Unternehmer bestimmte Eigenschaften gemeinsam. Da ist zum Beispiel ein dynamisches, authentisches und zielstrebiges Auftreten. Das zeigt sich oft schon beim Businessplan. Ist dieser aussagekräftig, straff und klar formuliert, dann ist meist auch der Gründer oder Nachfolger dahinter so gestrickt. Erfolgreiche Unternehmer können außerdem schnell und vor allem selbst antworten, wenn wir als Bank Businessplan und Geschäftsmodell auf den Zahn fühlen. Sie müssen nicht erst bei ihrem Steuerberater nachfragen, um ihr Zahlenwerk erläutern zu können. Erfolgreiche Unternehmer können außerdem gut delegieren und schaffen sich so Freiräume, um zum Beispiel Visionen zu entwickeln. Jemand, der nicht abgeben mag und selbst noch tief im Tagesgeschäft steckt, wird es schwer haben.“

Erfolgreiche Unternehmerin - auch ohne Test

Gabriele Zandler München

Gabriele Zandler ist seit 30 Jahren bei der HypoVereinsbank und seit fünf Jahren als Spezialistin im Team Gründung und Nachfolge tätig. Davor arbeitete sie unter anderem als Geschäftskundenbetreuerin und in der Kreditabteilung.

„Grundsätzlich würde ich schon sagen, dass jeder Gründer anders ist. Das ist vor allem auch von seinem Alter und seiner Branche abhängig. Dennoch beobachte ich, dass es auch einende Eigenschaften gibt. Jeder, der gründet, ist zunächst einmal entscheidungsfreudig und risikobereit. Denn allein schon der Schritt in die Selbstständigkeit beweist diese Eigenschaften. Außerdem sind Gründer meist sehr belastbar. Sie müssen mehr arbeiten als Angestellte und das wissen sie auch. Doch in der Regel trägt sie ihre Begeisterungsfähigkeit über die hohen Anforderungen hinweg. Ich habe festgestellt, dass der Arbeitsdruck in den letzten Jahren immens zugenommen hat. Heute müssen Gründer von Behördengängen über Banktermine, Pitches für Risikokapital bis hin zu Marketing und Werbung viel mehr selbst machen. Meine Erfahrung ist auch, dass Gründer sehr kommunikative und stabile Persönlichkeiten sind, die bei einer bohrenden Nachfrage nicht gleich einknicken. Auch eine gute Intuition ist wichtig, um schnell Entscheidungen zu fällen. Für uns als Bank ist es wesentlich, dass Unternehmer in finanzieller Hinsicht umsichtig handeln. Um potenziell erfolgreiche Gründer von weniger erfolgreichen zu unterscheiden, suchen wir nach genau diesen Eigenschaften. Daher wollen wir Gründer immer persönlich kennenlernen. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob jemand ein Unternehmen übernimmt oder neu gründet. Beide Unternehmertypen müssen dieselben Eigenschaften mitbringen.“

Erfolgreiche Unternehmerin - auch ohne Test

Melanie Gerber Nürnberg

Melanie Gerber begann ihre Karriere bei der HypoVereinsbank 2005 mit einem Dualen Studium. Anschließend war sie mehrere Jahre in der Onlineberatung für Unternehmer, Business Easy, tätig und dort für Existenzgründungen zuständig. 2012 wechselte sie dann als Finanzierungs-Spezialistin in die Abteilung Gründung und Nachfolge.

„Grundsätzlich halte ich es für gefährlich zu sagen, ein Unternehmer muss auf jeden Fall diese und jene Eigenschaften mitbringen. In der Praxis beobachte ich sowohl Überschneidungen als auch Unterschiede in den Persönlichkeitseigenschaften von Gründern. Zum Beispiel handelt es sich oft um Menschen, die bereits Führungserfahrung mitbringen. Dass Gründer unterschiedliche Charaktereigenschaften haben, finde ich nicht weiter schlimm, da es auf den Kontext ankommt. Jemand, der ein Produkt verkauft, sollte ein offener und kommunikativer Typ sein, dessen Überzeugungskraft bei den Kunden spürbar ankommt. Für einen Freelancer ist hingegen ein eigenes Netzwerk, in dem er seine Kontakte für sich nutzen kann, viel entscheidender. Selbst fachliches Know-How und Branchenerfahrung sind kein unbedingtes Muss für eine Gründung, wie viele erfolgreiche Quereinsteiger beweisen. Wichtig ist dann nur, dass Co-Gründer oder Mitarbeiter diese Lücken füllen.“

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