23.01.2016
Serie

Unternehmertum

Nahaufnahme: Die TV-Produzentin Susanne Porsche

Was macht Unternehmersein im Kern aus? So simpel die Frage, so komplex ist die Antwort. Denn welche Qualitäten braucht man für die erfolgreiche Gründung eines Unternehmens? Und was ist das Rezept für unternehmerischen Erfolg? Susanne Porsche, anerkannte Fernsehproduzentin und Mentorin im HVB Gründerinnen-Mentoring 2016 über das eigene Erfolgsrezept und warum Frauen die besseren Vorbilder sind.

„Ohne Liebe droht man schon im Privatleben zu scheitern. Und ohne Hingabe ist auch der Weg zum eigenen Unternehmen voller Hürden“. Susanne Porsche weiß, wovon sie spricht: „Ich liebe es, Unternehmerin zu sein, und habe nie bereut, selbstständig zu sein.“ Die Karriere ist für die Mutter zweier erwachsener Söhne dabei zweitrangig: „Ich wollte vor allem etwas Sinnvolles tun, meine eigene Frau stehen, nicht abhängig sein und mir treu bleiben, auch wenn sich meine Pläne auf dem Weg öfter geändert haben“.

From Munich with Love

Daheim in München und aufgewachsen in Frankfurt am Main als jüngstes von fünf Kindern, studiert Susanne Porsche zunächst Medizin. Um das Studium zu finanzieren, moderiert sie nebenbei. Schon bald wechselt sie ganz in den Medienbereich und arbeitet ab 1979 als Autorin und Regisseurin für Kindersendungen beim ZDF. Mit 28 macht sie sich als Produzentin selbständig und gründete u.a. die mps mediaproductions by susanne porsche GmbH, welche nach ihrem Verkauf im Netzwerk der Omnicom Group aufging. Seit 2007 ist sie weiterhin mit ihren Unternehmen summerset, Neue Münchner Fernsehproduktion sowie der Sunset Austria als Film- und Fernsehproduzentin tätig. Als die HypoVereinsbank 2010 einen Frauenbeirat gründet, ist sie von Beginn an im Team der Mentorinnen, das Existenzgründerinnen auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet.

Darum sind Frauen die besseren Vorbilder

Für Susanne Porsche teilen Männer und Frauen als Führungskräfte prinzipiell die gleichen Fähigkeiten, Begabungen und Talente. „Jedoch verfügen Frauen in meinen Augen noch mehr über die Gabe, eine bestimmte Atmosphäre, einen Motivationsraum zu schaffen“, so die Einschätzung der 63-Jährigen. Das habe viel mit Kommunikation zu tun, mit einer spezifischen Tonalität, die sich zwischen den Mitarbeitern in einem Team herstellen lasse: „Frauen in Führungspositionen sehen sich als Motivatoren und untermauern ihre Rolle stärker als ihre männlichen Kollegen mit fachlicher und sachlicher Führung“, so Porsche. „Das wirkt sich positiv auf das Unternehmensklima aus und fördert den Dialog.“

Susanne Porsche liebt Ideen und entwickelt sie weiter, auch wenn sie sie nicht gleich umsetzen kann: „Es gibt Ideen, die ich zehn Jahre in der Schublade habe, bis ich spüre, dass die Zeit reif ist“, verrät sie. „Zum Beispiel wusste ich, dass mir das abgebrochene Medizinstudium einmal in meiner Karriere helfen wird.“ Und tatsächlich: Mit ihrer Firma produziert sie später fünf Jahre eine tägliche Gesundheitssendung fürs ZDF.

„Unternehmerinnen müssen ihre Geschäftsidee lieben“

Szenenwechsel. Universität München. Ein Vortrag Susanne Porsches vor jungen Studentinnen zum Thema: ‚Wie man es als Unternehmerin schafft‘. „In der Regel sind es ein paar Eigenschaften, die tief in der Persönlichkeit eines Menschen verankert sind und zum Erfolg führen“, befindet Porsche und verrät die Ingredienzien ihres Erfolgsrezepts: „Unternehmerinnen müssen ihre Geschäftsidee lieben und die Herausforderungen einer Unternehmensgründung leidenschaftlich angehen.“ Das bedeute auch, das eigene Handeln immer wieder kritisch zu prüfen. „Erfolgreiche Gründerpersönlichkeiten verstecken sich nicht hinter anderen, übernehmen die volle Verantwortung für ihr Tun und sind lösungsorientiert.“

Und welche Form der Unterstützung kann Susanne Porsche ihren zukünftigen Mentees im diesjährigen HVB Gründerinnen-Mentoring geben? „Meine Mentees können vor allem immer mit meiner ehrlichen Meinung rechnen. Außerdem bin ich gut vernetzt und kann Menschen zusammenbringen, die sich gegenseitig weiterbringen.“

An Authentizität geht kein Weg vorbei

Zu hinterfragen, Antworten zu finden und gleich die nächsten Fragen stellen, das ist ihr Ding. „Wozu ist eine Entscheidung gut? Warum tue ich das? Wo soll das Unternehmen in einem Jahr stehen? Was haben meine Kunden davon?“ Eine Eigenschaft steht für Susanne Porsche jedoch über allen anderen, Authentizität: „Langfristig erfolgreich ist nur, wer authentisch ist; wer im Einklang mit seinen Werten, Prägungen und Wünschen handelt“, sagt sie. „Wer sich dauerhaft verbiegt, wird nie gerade seinen Weg gehen“.

Den eigenen Weg gehen, da stellt sich die Frage: Welcher ist der Richtige? Susanne Porsche rät, sich einen Weg zu suchen, der selbst zu einem passt. Dafür müsse man an einer Kreuzung auch mal rechts oder links abbiegen und nicht immer alles auf einmal wollen. „Doch behalten Sie dabei immer das Ziel im Blick“, rät Porsche. Und schiebt ganz pragmatisch nach: „Aber beschäftigen Sie sich auch mit Themen wie Rechnungswesen. Und: Legen Sie sich einen guten Steuerberater zu.“

Machen Sie mit!

Haben Sie Interesse an einem von sechs Mentee-Plätzen im HVB Gründerinnen-Mentoring 2016? Dann bewerben Sie sich noch bis 29. Februar 2016 mit Ihrem Business-Plan oder Ihrem Konzept! Alle Infos finden Sie hier! Viel Erfolg!

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