Urlaubslektüre
04.07.2015
Tipp

Urlaubslektüre

Die zehn besten Wirtschaftsbücher für den Urlaub, Teil 1

 

Business as usual? Nicht im Urlaub. Der freien Zeit begegnen Sie am besten mit einem Wirtschaftsbuch der anderen Art. Wir haben zehn kurzweilige Veröffentlichungen für Sie zusammengestellt. Los geht’s im ersten Teil mit Marzipan, Mittelmeer und Milliardären.

„Die Albrechts – Auf den Spuren der ALDI-Unternehmer“

Als ALDI-Mitbegründer Karl Albrecht im Juli 2014 stirbt, sind die Todesanzeigen in den Tageszeitungen so gestaltet, wie man die Discounter kennt: schlicht, spartanisch, pragmatisch. Trotzdem ist es salonfähig, bei ALDI einzukaufen: Der Anzugträger mit einem Karton Champagner an der Kasse neben Monteuren, die sich nach getaner Arbeit ein paar Brezeln holen und Studenten mit Bio-Apfel in der Hand. ALDI bedient sie alle und erfüllt unsere Konsumbedürfnisse auf idealtypische Weise. Ein Konzept, mit dem die Brüder Theo und Karl zu Milliardären wurden. Jahrelang führten die Gründer die Liste der reichsten Deutschen an. Dennoch wissen wir so gut wie gar nichts über sie und ihre Familien. Martin Kuhna bringt in seinem Buch Licht ins Dunkel und begibt sich auf die Spur der Albrecht-Dynastie. Er bietet Einblicke in die Anfangszeiten von ALDI, berichtet, wie sich daraus das Discounter-Imperium entwickelte, und bietet einen spannenden Ausblick auf die Zukunft, die nach dem Tod Karl Albrechts in den Händen der Albrecht-Enkel liegt.

 

Martin Kuhna: „Die Albrechts – Auf den Spuren der ALDI-Unternehmer“, Redline Verlag 2015, 192 Seiten, 19,99 EUR

„Wirtschaftsirrtümer: 50 Denkfehler, die uns Kopf und Kragen kosten“

Ist die Ära der Wohlstandszuwächse vorbei? Nein, sagt der promovierte Volkswirt und Wirtschaftsjournalist Henrik Müller: „Neues zu entdecken und zu erfinden ist eine menschliche Grundeigenschaft – und die eigentliche Quelle aller Wohlstandszuwächse. Warum sie plötzlich, nach Millionen Jahren Menschwerdung, versiegen sollten, ist nicht plausibel.“ Kurz und prägnant korrigiert Henrik Müller in seinem Buch „Wirtschaftsirrtümer – 50 Denkfehler, die uns Kopf und Kragen kosten“ gängige Fehlurteile über Fragen zu Wachstum, Globalisierung, Arbeit und Gesellschaft. Vor allem dann, wenn Müller die Möglichkeiten und Grenzen der Geldpolitik zur Belebung der Konjunktur diskutiert, ergibt sich ein neuer Blick auf Themen wie Griechenland und Schuldenschnitt. Eine politische Weisheit besagt, dass „eine Regierung so schlecht ist, wie die Bürger es zulassen, und so gut, wie die Bürger es erzwingen“. Demnach könnte ein besseres Wirtschaftsverständnis von uns allen letztlich zu einer besseren Wirtschaftspolitik hierzulande führen – eventuell mit Hilfe dieses Buches.

Henrik Müller: „Wirtschaftsirrtümer: 50 Denkfehler, die uns Kopf und Kragen kosten“, Campus 2014, 304 Seiten, 19,99 EUR

„Das Harvard-Konzept: Die unschlagbare Methode für beste Verhandlungsergebnisse“

Thema Sommerurlaub: Sie wollten eigentlich in die Berge. Doch Ihr Partner träumte von Mittelmeer und italienischer Riviera. Jetzt schwitzen Sie am Strand von Rimini und nippen gefrustet an Ihrer Chinotto-Brause. Ja, ja, die Urlaubsplanung. Ein Klassiker unter den Themen, die in Beziehungen verhandelt werden und oft im Streit enden. Das muss nicht sein, meint Roger Fisher. Der Rechtswissenschaftler hat Anfang der 1980er Jahre den Bestseller für erfolgreiches Verhandeln geschrieben: „Getting To Yes“ oder in der deutschen Übersetzung „Das Harvard-Konzept“. Das Buch (250 Millionen verkaufte Exemplare) beantwortet eine Frage, der sich Familien und Paare tagtäglich gegenüber sehen: Wie verhandele ich effizient und komme zu einer befriedigenden Lösung, ohne mich zu zerstreiten? Auch wenn Verhandeln mehr nach Bahnstreik als nach Zweisamkeit klingt: Wenn Ihre Beziehung wirklich Bestand haben soll, kommen Sie um gutes Verhandeln nicht herum. Denn wo sich einer benachteiligt fühlt, wachsen Frust und Ärger. Unser Rat: Lesen Sie dieses Buch und genießen Sie Ihre Chinotto, denn der nächste Urlaub kommt bestimmt.

Roger Fisher, William Ury, Bruce Patton: „Das Harvard-Konzept: Die unschlagbare Methode für beste Verhandlungsergebnisse“, Campus 2009, 272 Seiten, 27,00 EUR

„Mehr! Philosophie des Geldes“

Vielleicht kennen Sie die Theorie, dass das Geld in der Frühzeit der Menschheit das Vieh als Tauschmittel ersetzt hat. Diese These – von großen Denkern wie Aristoteles, Adam Smith und Karl Marx vertreten – widerlegt Autor Christoph Lücke in seinem Buch als „Geldentstehungsmärchen“. Für den Philosophen liegen die Anfänge des Geldes viel weiter zurück. Das Geld hat nämlich, so sagt er, das Menschenopfer ersetzt. Irgendwann brachte man den Göttern keine lebenden Opfer dar, sondern Geld. Mit der Zeit häufte es sich rasch in den Tempeln an und bald begannen die Priester, den Tempelschatz zu verleihen. Durch das Verleihen fand das Geld schließlich den Weg aus dem heiligen in den weltlichen Raum. Für Christoph Türcke waren Tempel deshalb die ersten Banken und Priester die ersten Banker. „Ein Buch mit hohem Mehrwert“, sagt das Handelsblatt.

Christoph Türcke: „Mehr! Philosophie des Geldes“. C. H. Beck 2015, 480 Seiten, 29,95 EUR

„Niederegger – Süßes aus Liebe“

„Üppige Magenbelastung aus Mandeln, Zucker und Rosenwasser“ – so schrieb Lübecks Literaturnobelpreisträger Thomas Mann etwas abwertend über Marzipan. Die Journalistin Nathalie Klüver ist da anderer Meinung. Unter dem Titel „Niederegger – Süßes aus Liebe“ hat sie eine 128-seitige Liebeserklärung an Marzipan verfasst. Ihr Buch erzählt die Geschichte vom Marzipan, vom Aufstieg der Firma Niederegger, von Lübeck, dem Norden, von 30 Tonnen Marzipan pro Tag – und 200 Gramm, die Inhaber Holger Strait angeblich täglich essen soll. Seit 1822 gibt es die Firma und seitdem ist sie in Familienbesitz. In diesem Jahr sollen Straits Töchter das Unternehmen in der achten Generation übernehmen, das aufgrund hoher Rohstoffpreise aktuell in den roten Zahlen hängt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nathalie Klüver: „Niederegger – Süßes aus Liebe“, Wachholtz Verlag – Murman Publishers 2015, 128 Seiten, 16,80 EUR

  1. tina
    24. Juli 2015, 6:19

    idee geschenk

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