14.04.2015

Viertelfinale UEFA Champions League

Die Stars im Fokus (Teil 2)

Müller, Messi, Martinez: Kurz vor Anpfiff der Viertelfinal-Begegnungen in der UEFA Champions League nimmt unser Experte Matthias Opdenhövel die Stars der einzelnen Partien noch einmal ganz genau ins Visier. In einer Sache hat sich Opdi bereits festgelegt: Am Mittwochabend könnte es Müllern!

Edinson Cavani

Die halbe Fußballwelt rätselt, wie es Paris St. Germain ohne himmlischen Beistand, also Gott, also ohne Zlatan Ibrahimovic, gegen den FC Barcelona schaffen soll. Immerhin ist der Schwede nicht nur in der Liga, sondern nach der roten Karte gegen Chelsea London auch für das Viertelfinal-Hinspiel gesperrt. Und wie wichtig er ist, zeigte er am Wochenende im Pokalfinale: Beim 4:0-Erfolg sorgte er mit zwei Toren und einer Vorlage für die erfolgreiche Titelverteidigung.

Zugegeben, im Sturm gibt es für den UCL-Kracher nur eine echte Alternative, aber der kann es auch: Edinson Cavani. Im Sommer 2013 kam er für satte 65 Millionen Euro vom SSC Neapel zu PSG, wo ihm bislang 43 Tore in 83 Spielen gelangen. Dass er aber in großen Spielen auch ohne Ibrahimovic zurechtkommt, zeigte der Allrounder aus Uruguay bereits gegen Chelsea. Aktuell ist Cavani in der Königsklasse mit sechs Toren aus acht Spielen Toptorjäger der Franzosen. Meiner Meinung nach steht er zu stark im Schatten anderer Spieler. Bestes Beispiel: Beim Pokalsieg schnürte er ebenfalls einen Doppelpack, stand nach seiner Einwechselung aber nur insgesamt 27 Minuten auf dem Platz.

Schattenmann, Bankdrücker: Ich weiß gar nicht, ob er sich in der französischen Hauptstadt wirklich wohl fühlt. Interviews zufolge möchte “El Matador” – der Großeltern in Italien hat – wieder zurück nach Neapel. Dafür muss aber in der obersten Etage etwas passieren: „Ich komme nur zurück, wenn der aktuelle Präsident weg ist“. Neapel-Boss Aurelio De Laurentiis hatte im Sommer 2013 mit einigen derben Aussagen (u.a. „Ich reiße ihm den Kopf ab“) den Zorn von Cavani auf sich gezogen. Bei dem Spruch kann ich verstehen, dass er keinen Bock mehr auf so einen Chef hat.

Lionel Messi

Rekordtorschütze der spanischen Liga, Rekordtorschütze der UEFA Champions League, Rekordtorschütze in einem Kalenderjahr, usw. Man könnte ein Buch darüber schreiben, welche Rekorde der kleine Argentinier bereits gebrochen hat. Und dabei begann alles ganz einfach: Am 14. Dezember 2000 schrieb der damalige Barca-Manager Carles Rexach den ersten Vertrag von Superstar Lionel Messi – auf eine Serviette. Der Argentinier hatte im Probetraining so sehr überzeugt, dass Rexach im Restaurant um eine Serviette bat und notierte: „Der FC Barcelona verpflichtet sich, Messi zu holen.“

Unvergessen bleibt auch sein erstes Länderspiel am 17. August 2005 gegen Ungarn. Eine Minute nach seiner Einwechslung flog “Der Floh” mit glatt Rot vom Platz, weil er während eines Dribblings den Gegner im Gesicht erwischte. Heute ist er der Spieler, der regelmäßig den Unterschied ausmacht. Ich bin sehr gespannt, wie er sich gegen die großen Brasilianer Thiago Silva und Marquinhos schlagen wird. Ist ja auch von der Länderherkunft nicht ganz uninteressant! Ich erinnere mich ans WM-Finale im Maracana. Der Brasilianer an sich ist ja nicht der allergrößte Argentinien-Fan 😉

Jackson Martinez

Wegen seiner Bewegungen nennen sie ihn nur “Cha Cha Cha”. Seit einem Monat laboriert der Kolumbianer aber an einer hartnäckigen Wadenverletzung. Sollte er rechtzeitig zurückkommen, kann sich Jerome Boateng auf ein heißes Tänzchen freuen. Vorteil Jackson: fünf Tore in sechs UCL-Spielen, dazu 17 Treffer in 24 Liga-Spielen. Mal sehen, welche Note Herr Llambi dem Jerome geben wird…

Der FC Porto ist ja eine Star-Fabrik: Hulk, Falcao und James Rodriguez sind nur einige der Hochkaräter, die dort herangewachsen sind. Fraglich also, wie lange es Jackson Martinez dort noch hält. Trostpreis: 32 Millionen Euro (aktueller Marktwert).

Thomas Müller

Ja, er ist anders – ein typischer Müller eben. Auf dem Platz bezeichnet er sich selbst als “Raumdeuter”. Und tatsächlich fliegt er so oft unter dem Radar der Abwehrspieler, dass er reihenweise knipst. In der laufenden UEFA-Champions-League-Saison ist er mit fünf Toren in sechs Spielen Bayerns Toptorschütze.

Neben dem Platz ist Thomas Müller der Stereotyp Ur-Bayer: Nahbar, unkompliziert und bei jedem Interview einen Spruch auf Lager. Radio Müller eben. Was aber kaum jemand weiß: Gemeinsam mit seiner Frau züchtet er Pferde. „Meine Fohlen sind wie Fußballer – nicht jedes, das Talent hat, hat auch das Zeug zum Star.“ Oder andersrum: Weit bringen kann man es auch ohne die allergrößte Begabung. Zum WM-Torschützenkönig zum Beispiel.

Es sollten also zwei spannende Viertelfinal-Abende auf uns zukommen.

In diesem Sinne Tschau-Tschüss,

Euer Opdi

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