13.10.2014

Wein sammeln

Geldanlage: Wein als Investment

Weine werden als Kapitalanlage immer beliebter. Anleger sollten jedoch ihre persönlichen Geschmacksvorlieben hinten anstellen – es sei denn, es handelt sich um Bordeaux-Weine. Unsere Kollegen von onemarkets zeigen, worauf Weininvestoren achten sollten und welche Faktoren die Preise beeinflussen.

London ist eines der wichtigsten Finanzzentren weltweit. Dass die Metropole an der Themse auch als Weinhauptstadt gilt – zumindest wenn es ums Investment geht – weiß kaum jemand. Die 1999 von James Miles und Justin Gibbs gegründete London International Vintners Exchange, kurz Liv-ex, ist der Handelsplatz schlechthin  für Weinkenner aus aller Welt. Wie es gerade um die Preise steht, lässt sich relativ schnell am Liv-ex Fine Wine 100 Index ablesen. Das Barometer bildet die 100 größtenteils französischen Topweine ab und verfügt über feste Bewertungskriterien für die Indexzusammensetzung und dessen Berechnung. So muss ein Wein im Index mindestens 95 Bewertungspunkte vom führenden Weinkritiker Robert Parker jr. haben. Von den 100 Spitzernweinen sind über 90 Prozent Bordeaux-Weine.

Das Orakle aus Baltimore

Robert Parker jr. (Foto) ist der einflussreichste Weinkritiker der Welt. Außerdem hat Parker ein eigenes Bewertungssystem mit einer Punkteskala von 50 bis 100 Punkten entwickelt, das heute allgemein als Branchenstandard anerkannt ist. Gibt er oder einer seiner Mitarbeiter einem Wein 90 oder mehr Punkte, kommt das einem Ritterschlag gleich. Weltweite Nachfrage, Preise und Trends neuer Bordeaux-Weine hängen zu einem großen Teil von seinem Urteil ab. Dies macht Robert Parker heute und in absehbarer Zukunft zu einer der wichtigsten Einflussgrößen bei der Beurteilung von Spitzenweinen als Geldanlage sowie ihre künftigen Renditechancen.

Mit Spannung ist deshalb auch erwartet worden, wie er den Bordeaux-Jahrgang 2013 einstufen wird. Das Ergebnis steht nun seit Ende August in Parkers Publikation “Wine Advocate”.

Bordeaux-Weine im Fokus

Dass sich ein Weininvestment langfristrig lohnen kann, zeigt der Verlauf des Liv-ex Fine Wine Investables Index. Das Barometer zielt darauf ab, die Performance eines typischen Weininvestment-Portfolios widerzuspiegeln. Wer sich für Wein als Geldanlage interessiert, sollte Fachwissen mitbringen. Entscheidend ist unter anderem die Herkunft der Rebe. Augenmerk gilt dem Weinanbaugebiet Bordeaux, das mit seiner jahrhundertealten Tradition und seinen rund 6.000 Weingütern das weltweit größte zusammenhängende Anbaugebiet für Qualitätswein ist. Bordeaux-Weine gelten als die liquidesten Sorten und besitzen im Premiumbereich einen Marktanteil von 80 Prozent. Daher sind sie auch für Investoren so interessant.

Brandzeichen ist Muss

Wichtig ist jedoch nicht nur der Inhalt, sondern auch die Verpackung. Die Weine sollten immer im Originalgebinde ge- und verkauft werden – darauf wird bei Auktionen und Händlern großer Wert gelegt. Sollte sich ein Bordeaux nicht in der Original-Holzkiste mit dem Brandzeichen des Château befinden, kann dies zu erheblichen Wertminderungen führen.

Darüber hinaus kommt auch der Lagerung eine wichtige Rolle zu. Da kaum jemand über einen Weinkeller verfügt, haben Anleger zwei Möglichkeiten, Weine fachgerecht aufzubewahren. Zum einen gibt es spezielle Klimaschränke, in denen zum Teil mehr als 150 Flaschen gelagert werden können. Je nach Ausführung liegen die Preise dafür zwischen 500 und mehr als 10.000 Euro. Zum anderen können Weininvestoren die Dienstleistungen von Weinlagerhäusern in Anspruch nehmen. Einsteiger sollten sich vor dem Kauf auf jeden Fall von einem Experten beraten lassen. Denn wie der jüngste Kursverlauf des Liv-ex Fine Wine 100 zeigt, können die Preise auch sinken. Anleger sollten daher die Markttrends in Fachpublikationen sowie die Urteile von Parker ganz genau verfolgen.

  1. Carsten Schmidt
    24. Oktober 2014, 10:08

    Hallo Girosa,
    die professionelle Lagerung von Bordeaux & Co. ist natürlich absolut Pflicht bei einem Investment in Wein. Deshalb wenden Sie sich am besten an einen Fachmann auf diesem Gebiet. Er kann Ihnen mit Sicherheit sagen, wie Sie hochwertige Weine über einen längeren Zeitraum und mehrere Jahre lagern können.
    Viele Grüße, Carsten Schmidt

  2. Carsten Schmidt
    24. Oktober 2014, 9:54

    Hallo Greg,
    unbedingt. Ansonsten wäre es ziemlich schade um die wertvollen Flaschen. Viele Grüße, Carsten Schmidt

  3. 23. Oktober 2014, 23:06

    Ich habe mir auch schonmal überlegt, limitierten teuren Wein aufzubewahren – allerdings wurde mir von einem Bekannten gesagte (der sich eigentlich mit dem Thema Wein auskennt), dass auch Wein ein Mindesthaltbarkeitsdatum hat – und wenn man Wein lange Lagern möchte, man diesen zum Beispiel regelmässig drehen muss und auch regelmässig den Korken wechseln müsste. Stimmt das? Dann wäre das ganze doch relativ aufwendig und mit dem Risiko verbunden, dass das Produkt verfällt… …oder?

  4. 15. Oktober 2014, 15:15

    Hallo,
    ich habe bisher nur vom whiskey-investments gehört. Spannend, dass es auch mit Wein funktioniert und es hierfür scheinbar auch einen nicht gerade kleinen Markt gibt.

    Als Laie ist es natürlich schwer ein gutes Investment zu erkennen. Auch die Lagerung ist etwas aufwändiger als beim Supermarkt Wein. Bedenkt man, dass die Flaschen ja erst nach Jahren wirklich an Wert verlieren, sollte man hier schon ein sicheres Plätzchen für die Schätze zuhause haben.

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