Konjunktur 2013

09.01.2013

Konjunktur- und Kapitalmarktausblick 2013 – Teil 1: Wirtschaftliche Entwicklung, Renditen und Euro-Wechselkurs

Neues Jahr, neue Prognosen: Was bringt 2013 für die Konjunktur und für den Kapitalmarkt in Deutschland und weltweit? Wir haben bei unseren Researchkollegen der UniCredit nachgefragt.

© Gerd Altmann – pixelio.de

Die UniCredit erwartet, dass die deutsche Wirtschaft auch im Jahr 2013 Kurs halten und mit rund einem Prozent wachsen wird. Ein wichtiger Grund hierfür ist die wieder anziehende Weltwirtschaft. Die ersten Anzeichen sieht UniCredit bereits in China, wo die Unternehmensstimmung wieder moderat nach oben weist. Gerade die deutschen Exporteure werden von einer schnelleren Gangart der asiatischen Schwellenländer im nächsten Jahr profitieren.

Entscheidende Impulse für die Weltwirtschaft

Konjunktureller Rückenwind kommt auch aus den USA: Zwar bestehen noch immer einige Fragezeichen aufgrund der fiskalischen Klippe, sie sollte jedoch in den nächsten Wochen durch einen weiteren Kompromiss der Politik bei den Sparmaßnahmen endgültig “umschifft” werden. Eine dadurch wieder anziehende Investitionskonjunktur und eine weitere kräftige Erholung am amerikanischen Häusermarkt wirken sich dann als entscheidende Impulse auf die Weltwirtschaft als. Auch in der Eurozone zeichnet sich im Verlauf von 2013 eine Stabilisierung ab, lässt doch die konjunkturelle Wirkung der fiskalischen Konsolidierungsprogramme allmählich nach. So sollte etwa die Rezession der italienischen Wirtschaft im Frühjahr auslaufen. Mit einem Anteil von 38 Prozent sind die Ausfuhren in die EWU unverändert das “Brot-und-Butter-Geschäft” deutscher Exporteure.

Nachholbedarf bei Investitionsentscheidungen

Während die Ausfuhren wieder zulegen, zeigt sich die Binnennachfrage im nächsten Jahr robust. Zwar wird der deutsche Arbeitsmarkt 2013 eine Verschnaufpause einlegen: Der sehr starke Beschäftigungsaufbau ist mittlerweile nahezu zum Stillstand gekommen. Angesichts bereits vereinbarter Lohnerhöhungen werden die privaten Konsumausgaben aber gestützt. Zudem sollte der Wohnimmobilienmarkt 2013 weiter zulegen. Auch der Investitionsstau deutscher Unternehmen dürfte sich sukzessive auflösen: Aufgrund der Unsicherheiten im Zuge der Eurokrise haben sich die Unternehmen im letzten Jahr bei ihren langfristigen Investitionsentscheidungen zurückgehalten. Bei einer weiteren Stabilisierung der Eurozone 2013 gibt es deshalb einigen Nachholbedarf, der sich dann auch positiv auf die deutsche Konjunktur auswirken dürfte.

Steigende Renditen in Deutschland, Entspannung in Südeuropa

UniCredit geht für 2013 von einem Anstieg der zehnjährigen Rendite deutscher Staatsanleihen auf rund zwei Prozent aus. Der Grund hierfür ist, dass sich die Überwindung der Krise im Euroraum 2013 fortsetzen wird. In den südeuropäischen Peripherieländern ist mit sukzessiv sinkenden Renditen zu rechnen. Dies bedeutet zugleich einen langsamen Abbau der positiven Prämie des “sicheren Hafens”, der die Renditen von deutschen Staatsanleihen in den letzten drei Jahren überdurchschnittlich stark nach unten gedrückt hat.

Staatsanleiherenditen weiterhin auf niedrigem Niveau

Daneben wird die konjunkturelle Talsohle 2013 durchschritten und spätestens ab dem zweiten Halbjahr dürften die vierteljährlichen Wachstumsraten auch in Spanien und Italien wieder im positiven Bereich liegen. Historisch gesehen bleiben die deutschen Staatsanleiherenditen damit allerdings nach wie vor auf einem extrem niedrigen Niveau. Das Risiko eines deutlich über zwei Prozent hinausschießenden Renditeniveaus von zehnjährigen deutschen Staatsanleihen erscheint gering, letztlich werden die Leitzinsniveaus 2013 weder in den USA, noch im Euroraum angehoben werden.

EUR-Wechselkurs zieht global moderat an

Das Wechselkursumfeld für die Hauptwährungen sieht UniCredit in 2013 von drei Themen dominiert:

  • Erstens der Abbau der “Konvertibilitätsrisikoprämie” im Euroraum. Dies wird den Euro auf globaler Ebene unterstützen.
  • Zweitens die Internationalisierung der chinesischen Währung. Aber nicht nur die steigende Anzahl von bilateralen Devisenswapabkommen Chinas mit wichtigen Handelspartnern schmälert langfristig die überragende Bedeutung des US-Dollar als Weltwährungsreserve, auch die tendenzielle Aufwertung des CNY-USD Wechselkurses belastet den US-Dollar auf globaler Ebene.
  • Drittens geht ein global zunehmender Risikoappetit traditionell zulasten des US-Dollars, sofern die US-Währung nicht von einem nennenswert hohen Zinsvorsprung profitiert. Basierend auf diesen drei Aspekten sieht UniCredit eine EUR-USD Befestigung auf 1.35 und zum CHF wird eine Befestigung bis auf 1.24 zum Jahresende 2013 erwartet.

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