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03.04.2017
Tipp

Working Capital Optimierung

Working Capital: So optimieren wir Ihren Kapitaleinsatz

Hoher Margendruck, verschärfte Kreditvergaberegeln seit Basel III, unbefriedigende Cash-Flow-Entwicklung: Working-Capital-Optimierung ist in jüngster Zeit gezwungenermaßen in den Blickpunkt deutscher Unternehmen gerückt. Diese gelten zwar als innovativ, binden jedoch zu viel Kapital in ihrem Umlaufvermögen. Benjamin Dressel und Norbert Mayer finden das ökonomisch unnötig. Die beiden sind Working-Capital-Spezialisten bei der HypoVereinsbank und beraten Unternehmen dabei, ihren Kapitaleinsatz zu optimieren.

 

Manko „Sandwich-Position“

Ein Risikofaktor vieler mittelständischer Unternehmen ist die sogenannte „Sandwich-Position“ zwischen Lieferanten und Kunden: Die Lieferanten gewähren oft nur kurze Zahlungsziele, während man den eigenen Kunden selbst lange Zahlungsfristen zugesteht. Das führt dazu, dass Mittelständler im Wertschöpfungsprozess oft mehr Liquidität als nötig binden. Diese Barmittel fehlen dann meist an anderer Stelle, etwa bei notwendigen Investitionen. „Gerade für kleinere Unternehmen ist es schwieriger, liquide Mittel abzurufen, da sie nicht über die gleichen Barreserven verfügen wie etwa große Konzerne“, so Norbert Mayer, Experte für Cash- und Working-Capital-Management bei der HypoVereinsbank.. Hinzu komme, dass kleinere Firmen aufgrund ihrer Bonitätswertung einen Aufschlag für ihre Liquidität zahlen müssten. „Hier kann ein solides Working-Capital-Management dafür sorgen, dass Firmen auf solche Liquiditätsschwankungen vorbereitet sind.“

Was ist Working Capital?

Unter Working Capital versteht man das Management der kurzfristigen Vermögenswerte sowie der kurzfristigen Verbindlichkeiten eines Unternehmens. Dabei bezeichnet das Netto-Umlaufvermögen die Differenz aus Vorräten, Forderungen, kurzfristigen Vermögenswerten und liquiden Mitteln auf der einen und kurzfristiger Passiva auf der anderen Seite.

„Wir wollen Effizienzpotenziale aufdecken“

„Bei der Optimierung von Umlaufvermögen geht es sowohl um die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens als auch das Aufdecken möglicher Effizienzpotenziale“, sagt HVB-Experte Norbert Mayer. „Typische Maßnahmen sind beispielsweise die Optimierung des Vorratsvermögens, des Bestands an Forderungen sowie der Verbindlichkeiten.“ Dafür müssten die Firmen verschiedene Systeme etablieren, die das gewährleisten. Ganz konkret könnten sie durch Lager-, Forderungs- und Verbindlichkeitsmanagement ihr Working Capital verbessern. Jeder dieser Bereiche würde allerdings unterschiedliche Maßnahmen erfordern, so Mayer.

Analyse aller Ein- und Auszahlungsprozesse

„Zunächst sollten Unternehmen beginnen, ein Reporting zum Working Capital zu etablieren“, so Mayer. „Für die Lieferung entsprechender Vergleichszahlen der Branche unterstützen wir unsere Kunden dabei mit dem Working-Capital-Check.“ Wichtig sei als nächster Schritt, einen Verantwortlichen für das Working-Capital-Management im Unternehmen zu etablieren, so die Empfehlung des HVB-Experten. „Sozusagen einen ‚Kümmerer‘ rund um die Zahlungs- und Warenströme des Unternehmens. Dieser analysiert die gesamten Ein- und Auszahlungsprozesse und hinterfragt dabei, ob der Zeitpunkt der Zahlung über das Drehen an den Prozessschrauben verändert werden kann.“ Beim Forderungsmanagement gehe es in erster Linie um die Vereinbarung von Zahlungsbedingungen, Kreditlimite, Liefersperren bei Überschreitung dieser Limite bis hin zu kurzen Mahnlaufzeiten, die unabhängig vom Vertrieb initiiert werden. „Im Verbindlichkeitsmanagement dagegen liegt der Fokus auf der Verhandlung attraktiver Konditionen sowie der Steuerung der Zahlungen nach Liquiditäts- und Skontogesichtspunkten“, ergänzt Mayer.

Zur Person

Nach seinem beruflichen Start im Treasury Consulting berät Norbert Mayer seit 2001 mittelständische Unternehmen der HypoVereinsbank bei der Planung und Optimierung ihres Cash- und Working-Capital-Managements.

Was tun bei hohen Forderungen?

„Betrachten wir das Working Capital eines Unternehmens, gibt uns das einen sehr guten Eindruck davon, wie es wirtschaftlich aufgestellt ist“, sagt Benjamin Dressel. Der 39-Jährige verantwortet bei der HVB unter anderem die Strukturierung neuer Produktlösungen im Bereich Working Capital. Dafür benötigt er Antworten auf Fragen wie: Gibt es eine langfristige Liquiditätsplanung? Wie betreibt ein Unternehmen sein Forderungsmanagement? Wie funktionieren das Lieferketten- und Nachfragemanagement? „Unser Ziel ist es, das Working Capital möglichst effizient zu gestalten“, betont Dressel. „Bestehen bei einer Firma etwa hohe Forderungen gegenüber einem Kunden, finden wir den passenden Ansatz, wie diese finanziert werden können.“ Die häufigste Lösung im Debitorenmanagement ist dabei die Vorfinanzierung von Forderungen durch eine dritte Partei. „Eine Möglichkeit ist zum Beispiel das Factoring. Hier verkauft ein Unternehmen seine Forderungen gegen diverse Schuldner an einen Factorer“, erklärt der Working-Capital-Spezialist.

Wie stark ist die Finanzkraft Ihres Unternehmens?

Finden Sie es heraus, mit dem HVB Working-Capital-Rechner! Übrigens: Mit diesem und anderen Services in den Bereichen Working Capital und Cash Management unterstützen wir Sie bei der Optimierung Ihrer Liquiditätssteuerung und der Implementierung effizienter Programme für Ihr Liquiditäts- und Betriebsmittelmanagement.

Was tun bei sehr guter Bonität?

Für Unternehmen mit einer sehr guten Bonitätsbewertung ist dagegen oft die sogenannte Borrowing Base als Finanzierungsform geeignet. HVB-Experte Benjamin Dressel: „Im Gegensatz zur Kreditfinanzierung wird dabei die Beleihung durch das Umlaufvermögen der Firma gesichert.“ Wächst das Umlaufvermögen, weil die Firma expandiert, erhöht sich parallel dazu auch der Kreditrahmen. „Der Käufer nutzt also seine starke finanzielle Position, um die Gesamtkosten innerhalb der Lieferkette zu reduzieren und bessere Finanzierungsraten für seine Lieferanten, im Austausch gegen eine Verlängerung des Zahlungsziels oder günstige Einkaufskonditionen zu sichern“, resümiert Dressel.

Zur Person

Nach Stationen bei zwei globalen Versicherungskonzernen wechselte Benjamin Dressel 2011 zur HypoVereinsbank. Seitdem strukturiert der 39-jährige Wirtschaftswissenschaftler neue Produktlösungen für die HVB und unterstützt Unternehmen bei der Optimierung ihres Working Capitals.

Höhere Renditen mit Working-Capital-Management

Für die HVB-Spezialisten Norbert Mayer und Benjamin Dressel liegen die Vorteile eines effizienten Working-Capital-Managements auf der Hand: Einerseits können Unternehmen das frei gewordene Kapital besser nutzen, um Investitionen zu finanzieren und langfristig zu expandieren. Anderseits können sie mit einem fundierten Working-Capital-Management deutlich höhere Renditen erzielen. „Das ist für Firmen bedeutend mehr wert, als wenn sie ihr Kapital unnötig im Umlaufvermögen binden“, so Dressel.

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