Zahlungsmöglichkeiten im Internet
12.01.2017

Zahlungsmöglichkeiten im Internet

Überblick: Zahlungsmöglichkeiten im Internet

Der Schal von Burberry, die leckere Marmelade aus dem kleinen französischen Hotel, das Ersatzteil für den alten Staubsauger – Konsum ist heute grenzenlos. Wer gut shoppen möchte, muss dafür nicht mehr in die Metropolen dieser Welt reisen. Dem Internet sei Dank ordern Sie vom Sofa aus die Welt zu sich nach Hause. Der Online-Handel ist ein riesiges Geschäft. 2016 gaben 40,2 Prozent der Deutschen an, lieber im Web als im Geschäft einzukaufen. Doch wie bezahlen wir unsere Einkäufe, wenn Scheine, Münzen oder die EC-Karte nicht einfach über die Ladentheke geschoben werden können? Bei der Vielfalt der Zahlverfahren verlieren Verbraucher schnell den Überblick. Wer nicht aufpasst, kann gar in eine versteckte Kostenfalle tappen: Händler müssen nur ein gängiges Bezahlverfahren kostenlos anbieten. Für alle anderen können Gebühren erhoben werden. Bevor Sie eine der Zahlungsmöglichkeiten im Internet wählen, sollten Sie klären, was Ihnen wichtig ist: Achten Sie vor allem auf Sicherheit? Wollen Sie im Ausland bezahlen? Soll es hauptsächlich schnell und bequem sein? Wir stellen Ihnen die gängigsten Zahlungsmethoden im Internet vor.

Kreditkarten: Die kosmopolitischen Allrounder

Kreditkarten sind ein weltweit akzeptiertes Zahlungsmittel und es gibt kaum einen Online-Shop, der sie nicht akzeptiert. Girokonten wie das HVB ExklusivKonto haben meist eine Kreditkarte inkludiert, sie können aber auch einzeln bei einer Bank bestellt werden. Ihre große Akzeptanz ist die Stärke des „Plastikgeldes“. Doch auch das beliebte Zahlungsmittel ist beim Online-Shopping nicht zu 100 Prozent sicher: Zum Bezahlen übermittelt der Kunde Kreditkartennummer, Name, Gültigkeit und die dreistellige Prüfziffer der Kartenrückseite an den Händler. Dabei können Ihre Nutzerdaten von Cyber-Gangstern missbraucht werden. Doch dieses Risiko tragen nicht die Endverbraucher. Im Betrugsfall erstatten Banken ihren Mastercard- und  Visa-Kunden den Schaden in voller Höhe. Die HVB-Kreditkarten von Visa und Mastercard werden bei Käufen im Internet zusätzlich durch das 3D-Secure-Verfahren gesichert.

Paypal: Der Bezahlmogul aus dem Silicon Valley

3-2-1 meins! Ebay hat Paypal groß gemacht. Das Internetauktionshaus kaufte den Bezahl-Pionier 2002 und startete 2004 auch in Deutschland. 2015 spalteten sich Ebay und Paypal in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen. Im Gegensatz zur Kreditkartennutzung hinterlegt ein Paypal-Kunde seine Zahlungsdaten – Kreditkarte oder Lastschriftverfahren – nur einmal bei dem US-amerikanischen Unternehmen. Die Daten werden nicht an Händler weitergegeben, das Paypal-Konto wird durch ein Passwort geschützt. Optional kann auch ein Sicherheitsschlüssel für eine individuelle Zwei-Faktor-Authentifizierung erworben werden. Ein Käuferschutz soll Verbrauchern zusätzliche Sicherheit bieten, jedoch beinhaltet das keine „Geld-zurück-Garantie“. Kommt es zum Streit, entscheidet Paypal, ob der Käufer oder der Verkäufer Recht erhält. Datenschützern ist der Bezahl-Riese ein Dorn im Auge, denn die sensiblen Bank- und Kreditkartendaten befinden sich auf US-amerikanischen Servern und unterliegen damit den in puncto Datenschutz weniger restriktiven US-Gesetzen. Wie die Verbraucherzentrale NRW e.V. in ihrem Phishing-Radar informiert, hatten es kriminelle Hacker im Januar 2017 erneut verstärkt auf Paypal-Kunden abgesehen, um deren Zugangsdaten zu ergaunern.

Schon gewusst?
Paypal entstand 2000 durch den Zusammenschluss zweier Unternehmen mit namhaften Gründern. Basis für den Payment-Pionier waren das Ende 1998 von Peter Thiel aus der Taufe gehobene Conifity und Elon Musks wenige Monate später gegründetes X.Com. Beide damaligen Internet-Start-ups hatten ihre Büros in Palo Alto, einer Stadt in der heute als Silicon Valley berühmten Region.

paydirekt: Datensicherheit ohne Nebenwirkungen

paydirekt ist das neue Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen. Wer Wert auf Sicherheit und Datenschutz legt, sollte paydirekt wählen. Es unterliegt der Bankenaufsicht und entspricht daher den gewohnten Online-Banking-Standards. Im Unterschied zu vielen anderen Zahlungsmöglichkeiten im Internet ist bei paydirekt kein externer Dritter eingeschaltet. Die Handhabung ist denkbar einfach: Eine Bezahlung ist nach Login mit Benutzername und Passwort in der Regel mit zwei Klicks erledigt. Der Kaufbetrag wandert direkt vom Girokonto des Käufers auf das Händler-Konto. Ohne Umweg. Alle sensiblen Daten wie zum Beispiel die Kontonummer bleiben dabei in der sicheren Bankumgebung – es gilt das strenge deutsche Bankgeheimnis. Auch die Warenkorbdaten oder das Käuferprofil sind vor Dritten sicher. Wird eine Ware einmal nicht geliefert, kann der Nutzer den paydirekt-Käuferschutz in Anspruch nehmen. paydirekt ist seit 2015 im Einsatz und kann bereits bei über 500 Online-Shops genutzt werden, darunter die Elektronik-Riesen Media Markt und Saturn, der Fotoprodukte-Anbieter CeWe oder die größte Internet-Apotheke Doc Morris.

Sofortüberweisung: Bequem, aber oft kritisiert

Bei Sofortüberweisung loggt sich der Käufer mit seiner IBAN plus PIN und TAN in sein Online-Banking ein. Eine Registrierung ist nicht notwendig, die Waren können sofort versendet werden. Der Haken: Die Eingabe der IBAN ist nicht nur umständlich und fehleranfällig, sondern auch PIN und TAN werden an das Unternehmen weitergegeben. Sofortüberweisung steht daher immer wieder in der Kritik von Daten- und Verbraucherschützern. Neben der strittigen Eingabe von PIN und TAN beim Dienstleister wird dem Unternehmen auch vorgeworfen, die Kontobewegungen seiner Kunden auszuspähen. Heute wirbt Sofortüberweisung mit der Sicherheit seines Dienstes und beteuert, dass weder Mitarbeiter noch Dritte PIN und TAN einsehen können. Das Unternehmen hat einen Käuferschutz und eine garantierte Entschädigung bei erlittenen Vermögensschäden nachgerüstet.

Giropay: Nicht bei allen Banken möglich

Giropay ist ein 2005 gegründetes Bezahlverfahren der deutschen Kreditwirtschaft, an dem aber nur wenige Banken und die Sparkassen teilnehmen. Im Gegensatz zu Sofortüberweisung leitet Giropay nach Eingabe der IBAN den Käufer direkt zum Online-Banking weiter, wo die Zahlung durchgeführt wird. Im Anschluss gibt das System dem Händler eine Rückmeldung über die erfolgreiche Transaktion und die Ware kann sofort versendet werden. Eine Registrierung ist nicht notwendig.

Schon gewusst?
Die erste Transaktion via paydirekt wurde am 17. August 2015 über ein HypoVereinsbank-Konto durchgeführt. Über die virtuelle Ladentheke ging dabei eine Dartscheibe.

Rechnung: Der Klassiker

Ein alter Bekannter aus der Offline-Welt ist der Kauf auf Rechnung. Die Vorteile für den Verbraucher liegen auf der Hand: Er zahlt nach Lieferung und nur das, was er auch behält. Langwierige Retouren und Rückzahlungen entfallen. Das Risiko der Transaktion liegt allein beim Verkäufer. Entsprechend unbeliebt ist diese Zahlungsmöglichkeit bei Internethändlern. Einige Anbieter sichern sich vor nicht solventen Käufern durch einen Bonitätscheck ab. Die Abfrage, zum Beispiel bei der Schufa, verursacht zusätzliche Kosten.

SEPA-Lastschrift: Die europäische Lösung

Seit Ende 2009 hat der Euroraum ein einheitliches Lastschriftverfahren: Die SEPA-Lastschrift. Zwar legt der Kunde seine Bankdaten dem Händler offen, muss danach aber nur für eine ausreichende Deckung auf seinem Konto sorgen. Der fällige Betrag wird zu einem definierten Termin bequem abgebucht. Um vor Missbrauch zu schützen, kann der Käufer die Zahlung sechs Wochen lang widerrufen. Bei Streitigkeiten obliegt es dann dem Verkäufer zu beweisen, dass seine Ansprüche berechtigt sind.

Vorkasse: Händlers Liebling

Die Vorkasse ist das Gegenstück zur Rechnung: Hier trägt der Käufer das Risiko, denn er geht für die georderte Ware in Vorleistung. Stimmt mit der Sendung etwas nicht, muss er die Erstattung des Kaufbetrags beim Händler einfordern. Die Lieferung dauert länger, da die Ware erst nach Eingang des Geldes auf die Reise geht. Diese Umstände versüßen einige Händler ihren Kunden mit einem Rabatt, wenn per Vorkasse bezahlt wird.

  1. Axel
    23. Februar 2017, 14:34

    Interessanter Artikel

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